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Ostmitteleuropa

Korruptionsaffäre am polnisch-deutschen Grenzübergang Kolbaskowo

Warschau, 29.12.2004, IAR-INFORMATIONSAGENTUR DES POLNISCHEN HÖRFUNKS, poln.

Geheime Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der internen Kontrollbehörde des polnischen Grenzschutzes haben eine große Korruptionsaffäre an dem polnisch-deutschen Grenzübergang Kolbaskowo ans Tageslicht gebracht. Laut Bericht der Zeitung GAZETA WYBORCZA gab es an diesem Grenzübergang eine spezielle Preisliste für Güter und Waren, die die Händler über die Grenze nach Polen einfuhren.

Für freie Durchfahrt eines voll beladenen PKW müsste man den Grenzbeamten 300 bis 400 Zloty (etwa 74 bis 100 Euro) bezahlen. Der Fahrer eines Busses hingegen müsste dafür etwa 1 500 Zloty (ca. 370 Euro) ausgeben. Das Geld kam anschließend in die "gemeinsame Kasse" und wurde dann zwischen alle Personen geteilt, die an der Grenze arbeiteten.

Einer der Händler sage gegenüber GAZETA WYBORCZA, dass seine Kollegen andere Grenzübergänge bevorzugten, u.a. in Swiecko, weil "die Grenzbeamten dort billiger waren". Die Aussagen eines Händlers und von vier korrupten Grenzbeamten brachten die Ermittler auf die Spur der Korruptionsaffäre in Kolbaskowo.

Ferner erführ GAZETA WYBORCZA, dass es eine Frage der Zeit ist, wann den anderen Grenzbeamten aus Kolbaskowo Korruption vorgeworfen werde. Davon wird fast die gesamte Belegschaft betroffen sein. Die Staatsanwaltschaft kann schon jetzt beweisen, dass die Korruption im großen Still schon Ende der neunziger Jahre angefangen hatte. (sta)

  • Datum 29.12.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/63Ya
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