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Aktuell Nahost

Korruption in arabischen Staaten greift weiter um sich

Die Korruption in vielen arabischen Ländern hat sich seit dem Beginn der Aufstände nicht verbessert, im Gegenteil. Laut Transparency International beklagt eine Mehrheit, dass sie jetzt öfter Schmiergeld zahlt als zuvor.

Die Wut über einen ausufernden korrupten Beamtenapparat war mit ein Grund für die Aufstände des Arabischen Frühlings 2011. Die Hoffnungen aber, dass die Revolutionen sauberere Regierungen und Unternehmen hervorbringen würden, werden mit der jüngsten Studie der Organisation "Transparency International" zunichte gemacht.

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Transparency zur Korruptions-Studie

Die Nicht-Regierungsorganisation, die sich der Bekämpfung von Bestechung weltweit widmet, kommt zu der düsteren Einschätzung, dass die "anhaltende Frustration der Menschen in der Region die Bemühungen zur Herstellung politischer Stabilität untergraben könnte".

In Tunesien, Ägypten und dem Jemen beklage sich eine Mehrheit der Bürger darüber, dass sie häufiger Schmiergeld zahlen müssten, als bislang üblich, heißt es im jüngsten Transparency-Bericht.

Laut Umfragen, die Transparency zwischen vergangenem September und März vornahm, waren es in Ägypten zwei Drittel, in Tunesien sogar 80 Prozent und im Jemen 56 Prozent. Nur in Libyen verbesserte sich die Lage: Hier berichteten nur 46 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass die Korruption zugenommen habe.

Aber auch in anderen arabischen Staaten, in denen es nicht zu einem Regierungswechsel kam, berichteten die Menschen, dass die Zahlung von "Gefälligkeiten" immer mehr um sich greife.

Der für den Nahen Osten und Zentralasien zuständige Direktor Christoph Wilcke sagte, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, seien Reformen bei Polizei, Justiz und den politischen Parteien nötig. Allerdings hätten viele Staaten nach den Aufständen kaum Zeit und Energie, um derartige Reformen voranzutreiben. "Es gibt einen Widerspruch zwischen dem Handeln und den Worten."

uh/li (rtr)

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