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Wirtschaft

Korrekturen oder Crash?

Zehn Jahre nach der Asienkrise leiden die Finanzmärkte erneut unter Kurseinbrüchen in Fernost. Nach dem massiven Kursrutsch an der Börse Schanghai sorgt nun die Yen-Aufwertung zu Wochenbeginn für neue Turbulenzen.

Ein Händler unter einer Anzeigentafel an der Börse Shangai (Quelle: AP)

An der Börse Shanghai ging es am Montag erneut abwärts

An den asiatischen Aktienmärkten ist es am Montag (5.3.) erneut zu heftigen Kursverlusten gekommen. So schloss der Leitindex der Tokioter Börse 3,34 Prozent oder 575,68 Punkte tiefer mit 16.642,25 Zählern. Händler begründeten das Kursminus mit den schwachen Vorgaben von der New Yorker Wall Street und dem starken Yen. Der Dollar notierte zur Mittagszeit mit 115,86-91 Yen. Am Freitag lag der Wechselkurs noch bei 117,63-66 Yen.

Miese Börsenaussichten

Ursache allen Übels? Der Yen wird immer teurer

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Die wichtigste Währung Asiens profitierte davon, dass die Anleger aus Angst vor Risiken in großem Stil Yen kaufen und damit zu Lasten der japanischen Währung abgeschlossene Spekulationsgeschäfte auflösen. Diese so genannten Carry Trades gelten als eine der Hauptursachen für die aktuellen Verwerfungen an den weltweiten Märkten. Marktteilnehmer sprachen von einer anhaltenden Nervosität unter den Anlegern.

Auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, äußerte sich in einem Interview von DW-TV besorgt: "Einige Leute, die billig Yen aufgenommen haben und damit internationale Wertpapiere gekauft haben, werden jetzt nicht nur kalte Füße bekommen, sondern exekutiert werden." Der Finanzexperte prognostiziert: "Da ist etwas im Busch. Das wird wohl eine schwierige Woche insgesamt."

Globale Finanzmärkte im Tiefenrausch

Alle Werte an der Börse Tokio stürzten in den Keller (Quelle: AP)

Tokios Börse trug tiefrot

Begonnen hat die Woche jedenfalls weltweit mit Kursverlusten an den internationalen Börsen. In Schanghai büßte der Aktienmarkt rund drei Prozent ein. Am vergangenen Dienstag hatte dort ein Kurseinbruch die Börsen weltweit unter Druck gesetzt. An den Börsen in Hongkong, Südkorea, Taiwan, Singapur und Indien ging es ebenfalls bergab.

Nicht nur in Asien mussten Anleger herbe Kursverluste hinnehmen. Auch in London und Paris startete die Börsenwoche mit kräftigen Abschlägen. Und der deutsche Aktienmarkt legte am Montag den schwächsten Start des Jahres hin. Der Deutsche Aktienindex (Dax) sackte in Frankfurt am Main um mehr als zwei Prozent ab. Vor wenigen Tagen noch bei 7000 Punkten, stand das wichtigste deutsche Börsenbarometer damit nur noch bei 6445 Zählern. Sämtliche 30 Dax-Werte notierten tiefrot.

Erwartungen nicht enttäuscht?

Die Korrektur sei erwartet worden, betonte Andrew Sullivan von Daiwa Securities SMBC. "Das ist die Dosis Realität", sagte er. "Auch wenn der Index in den vergangenen Tagen stark gefallen ist, sind wir immer noch auf dem Niveau von November, und damals waren wir beeindruckt, wie hoch das war." Auch Nordert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, ist überzeugt: "Die Welt war fällig für eine Korrektur, weil es zu steil nach oben gegangen war."

In der vergangenen Woche waren die Aktienmärkte nach einem Minus von fast neun Prozent in Schanghai - dem stärksten Kurseinbruch seit einer Dekade - weltweit in die Knie gegangen. In New York erlebte die Wall Street ihren schwärzesten Tag seit dem Kursverfall nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. (ana)

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