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Porträts Lehrerverbände

Koreanische Gesellschaft für Deutsch als Fremdsprache (KGDaF)

Die Koreanische Gesellschaft für Deutsch als Fremdsprache feiert 2015 ihr 20-jähriges Jubiläum. Auch wenn es seit der Gründung viele Rückschläge gab, engagieren sich die Verbandsmitglieder mit Freude.

Shin Hyung-Uk ist der Präsident der koreanischen Gesellschaft für Deutsch als Fremdsprache. Er ist seit der Gründung vor 20 Jahren aktiv. Hauptberuflich ist er Professor für Didaktik an der deutschen Abteilung für Lehrerausbildung an der Universität in Seoul.

Deutsche Welle: Herr Hyung-Uk, Ihr Verband besteht dieses Jahr seit 20 Jahren. Haben Sie das groß gefeiert?

Shin Hyung-Uk: Ja, wir haben eine internationale Tagung anlässlich des 20-jährigen Jubiläums gehabt, sie war organisiert vom Goethe-Institut in Seoul. Zu der haben wir zum Beispiel die Vizepräsidentin des Deutschlehrerverbands in Indien eingeladen, und ein Redner aus Wien war auch da. Außerdem gab es einen Empfang, zu dem rund 50 unserer aktiven Mitglieder kamen.

Sie sind ja auch schon seit der Gründung Teil des Verbands. Wie ist es damals dazu gekommen?

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Hören Sie rein: Shin Hyung-Uk erzählt, warum er Deutsch so liebt

Ich war damals noch relativ jung, Mitte 30, und der Deutschunterricht geriet zu dieser Zeit in eine Krise, die wir schon vorher geahnt hatten. Die Zahl der Deutschlernenden ist immer weiter zurückgegangen, 1995 hatten wir noch 500.000 Schüler, die Deutsch lernten. Heute sind es nur 9000. Da hat man natürlich auch die Krise gespürt, und wir wollten dann auch etwas dagegen tun.

Das ist ja ein unglaublicher Rückgang!

Ja, man kann es kaum glauben. Also, die Zahl ist auf 1,8 Prozent zurückgegangen, nicht um 1,8 Prozent, sondern auf 1,8 Prozent. Wenn man Präpositionen üben will, dann kann man das sagen.

Wie ist es dazu gekommen?

Leider ist Deutsch in den Schulen kein Pflichtfach mehr. Zuvor gab es eine zweite Fremdsprache als Pflichtfach. Die Schüler sind sehr darauf fixiert, sich für die Aufnahmeprüfung an der Universität vorzubereiten, und da Deutsch kein Prüfungsfach mehr ist in Korea, lernen nur wenige Leute Deutsch.

Das heißt, Sie sind in der Gesellschaft den Zustand der Dauerkrise gewohnt?

Ja, quasi, aber wir sind noch nicht ganz ermüdet. Wir versuchen trotzdem, ein bisschen was zu tun.

Woher bekommen Sie denn da die Motivation weiterzumachen, wenn es immer weniger Deutschlernende gibt?

Deutschlehrertagung koreanische Gesellschaft für Deutsch als Fremdsparache

Teilnehmer der letzten Deutschlehrertagung der Koreanischen Gesellschaft für Deutsch als Fremdsprache

Deutschland ist ein wichtiges Land, und die Beziehung zwischen Südkorea und Deutschland ist doch sehr eng. Auch haben viele Leute in Deutschland studiert, und viele junge Leute interessieren sich für die Technik, die Wissenschaft und auch für die politischen Ereignisse in Deutschland. Das heißt, das Interesse ist da, nur wegen dieser Schulpolitik ist Deutsch sehr zurückgegangen.

Wir haben zudem gehört, dass immer mehr Leute am Goethe-Institut Deutsch lernen, nur in den öffentlichen Bildungseinrichtungen sind es immer weniger. Daran sieht man, dass es schon Bedarf gibt, aber es ist ein Organisationsproblem.

Kommen wir mal auf die konkrete Verbandsarbeit zu sprechen: Was sind da so die wichtigsten Aktivitäten?

Wir treffen uns zweimal pro Jahr zu einer Tagung und veröffentlichen unsere Fachzeitschrift. Außerdem organisieren wir einige Workshops, die allerdings nicht so regelmäßig stattfinden. Was uns im Moment besonders am Herzen liegt, ist ein Programm für die Deutschlehrerausbildung, das vom Goethe-Institut entwickelt wurde und an meiner Universität umgesetzt wird. Mit diesem Programm versuchen wir, die Lehrerausbildung zu professionalisieren. Ich bin selber gespannt, wie das klappt. Ich hoffe, unsere Studenten werden in den nächsten Jahren nach diesem Studium die alte Generation mit qualitativen Verbesserungen ersetzen.

Und benutzen Sie in Ihrem Deutschunterricht an der Universität auch die Angebote der Deutschen Welle?

Ja, natürlich. Also, sie direkt im Unterricht anzuwenden, ist manchmal schwierig, aber ich gebe es den Studenten als Information weiter. Die Deutsche Welle ist eine Schatztruhe des Fremdsprachenlernens. Ich besuche die Seite selber sehr gerne und sehr oft. Und die engagierten Studenten lesen immer das

Thema des Tages.

Bei uns gibt es auch einen Studiengang für Dolmetscher, und für diese Studenten ist das Lernen mit dem Angebot der Deutschen Welle fast obligatorisch.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Die

Koreanische Gesellschaft für Deutsch als Fremdsprache

(KGDaF) wurde 1995 gegründet und hat circa 100 Mitglieder.

Vorstandsgremium:
• Prof. Shin Hyung-Uk (Präsident)
• Prof. Nam Yuoosun (Vizepräsident)
• Dr. Cho Sung-Gi (Vizepräsident)
• Dr. Whang Eunmi (Geschäftsführerin)
• Prof. Kwon Min-Jae (Referent für Forschungsangelegenheiten)
• Prof Lee Mi-Young (Referentin für Internationale Verbindungsarbeit)
• Prof. Lee So-Young (Referentin für Bildungsangelegenheiten)
• Dr. Chang Young-Ick (Referent für PR-Angelegenheiten)
• Dr. Yu Su-Yeon (Referentin für Redaktionsangelegenheiten)

IDV-Kontaktperson: Shin Hyung-Uk; shinhyuk [at] hufs.ac.kr

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