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Fußball

Kopf hoch!

Die 0:1-Niederlage gegen Serbien offenbarte Schwächen des deutschen Teams. Grund, in Panik zu verfallen, besteht aber nicht, meint Deutsche Welle-Sportredakteur Stefan Nestler.

Themenbild Kommentar Grafik: DW

Zunächst einmal ruhig Blut! Deutschland hat ein Vorrundenspiel verloren, nicht die gesamte WM. Und doch hätte diese Niederlage gegen Serbien nicht sein müssen, hätte Lukas Podolski im entscheidenden Moment - beim Handelfmeter - die Nerven behalten. Dennoch würde man es sich viel zu leicht machen, dem Stürmer aus Köln den Schwarzen Peter zuzuschieben. Denn Podolski gehörte zu den Aktivposten im deutschen Team, in dem andere Mannschaftskollegen deutlich unter Form spielten.

Schwächen in der Abwehr

Porträt Stefan Nestler. Foto: DW/Per Henriksen

Sportredakteur Stefan Nestler

Die Abwehr wirkte in vielen Situationen überfordert. Die Innenverteidiger Per Mertesacker und Arne Friedrich wurden von den schnellen Serben mehrfach überlaufen. Holger Badstuber hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und sah auf der linken Abwehrseite kein Land gegen seinen serbischen Gegenspieler. Im Mittelfeld blieb Mesut Özil deutlich unter seinen Möglichkeiten. Und Bastian Schweinsteiger war anzumerken, dass er nach überstandener Erkältung noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Die einzige Sturmspitze, Miroslav Klose, blieb bis zu seinem Platzverweis weitgehend stumpf.

Unbeherrscht

Die Gelb-Rote Karte gegen Klose war hart. Andererseits war hinlänglich bekannt, dass der spanische Schiedsrichter Alberto Undiano gerne in die Tasche greift, um Spieler zu verwarnen. Schon vor seinem Platzverweis war Klose unbeherrscht in einen Zweikampf gegangen und hatte seine Herausstellung riskiert. Eigentlich hätte Joachim Löw ihn bereits zu diesem Zeitpunkt austauschen müssen. Der Bundestrainer muss sich auch fragen lassen, warum er so lange wartete, bis er den überforderten Holger Badstuber vom Platz nahm.

Kein Grund zur Panik

Trotz der zutage getretenen Schwächen gibt es keinen Grund, nun in Panik zu verfallen. Die zweite Halbzeit, in der zehn deutsche Spieler mehr Druck machten als elf serbische, zeigte, dass die Moral in Löws junger Mannschaft stimmt. Die Niederlage war zwar nach dem leichten Auftaktsieg gegen Australien ein Schuss vor den Bug. Er könnte sich aber als Weckruf zur rechten Zeit herausstellen - wenn Bundestrainer Löw und sein Team nun die richtigen Schlüsse ziehen. Gleichzeitig gilt es, dafür zu sorgen, dass vor allem die jungen Spieler nicht ihr Selbstvertrauen verlieren, sondern im entscheidenden Spiel gegen Ghana wieder mit breiter Brust auflaufen. Sie können nämlich begeisternden Fußball spielen. Immer noch. Also Kopf hoch!

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Olivia Fritz

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