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Nahost

Kopf-an-Kopf-Rennen im Irak

Nach der Parlamentswahl im Irak zeichnet sich bei der Stimmenauszählung ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Die zwei wichtigsten politischen Lager liegen dem Wahlleiter zufolge fast gleichauf.

Soldat leert Wahlbox (Archivfoto: ap)

Während der Stimmenauszählung wurden Fälschungsvorwürfe laut

Am 7. März waren die Iraker zur Wahl aufgerufen. Zwölf Millionen Wähler gingen zur Urne, trotz Morddrohungen von El-Kaida und Bombenanschlägen. Am Freitag (26.03.2010), knapp drei Wochen nach den Parlamentswahlen, soll das offizielle Ergebnis der Abstimmung bekannt gegeben werden.

Iraks Regierungschef Nuri al-Maliki steckt einen Stimmzettel in eine Wahlurne (Foto: AP)

Regierungschef Nuri al-Maliki bei der Wahl am 7. März

Nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Wahlbündnis von Regierungschef Nuri al-Maliki und dem seines stärksten Rivalen Ijad Allawi ab. Es gibt sogar erste Anzeichen für die Bildung einer Koalitionsregierung ohne die Dawa-Partei von Ministerpräsident Al-Maliki.

Schwierigere Koalitionsverhandlungen

Ein bis zwei Sitze würden die beiden Koalitionen im 325-köpfigen Parlament trennen, sagte Wahlleiter Faradsch al-Haidari. Wahlbeobachter rechnen damit, dass die beiden Lager jeweils rund 90 Parlamentssitze einnehmen werden. Das Kopf-an-Kopf-Rennen des überkonfessionellen Bündnis Irakija um Ex-Regierungschef Allawi und der Rechtsstaat-Allianz des Schiiten Al-Maliki deutet auf Wochen oder gar Monate schwierigerer Koalitionsverhandlungen für eine Regierungsbildung hin.

Bündnis will Wahlergebnis nicht anerkennen

Nach Bekanntwerden der Teilergebnisse haben sich beide Seiten Wahlfälschungen vorgeworfen. Kamal al-Saadi, der bei der Wahl für Al-Malikis Rechtsstaat-Allianz angetreten war, sagte am Freitag im staatlichen Fernsehen: "Wir bestehen darauf, dass die Wahlzettel erneut von Hand ausgezählt werden, andernfalls werden wir uns an das Verfassungsgericht wenden." Die Wahlkommission, die Al-Malikis Forderung nach einer erneuten Auszählung der Stimmen in der vergangenen Woche abgelehnt hatte, erklärte derweil, sie wolle die Ergebnisse wie geplant am Freitagabend verkünden.

Gespräche über Regierungskoalition ohne Al-Maliki

Ex-Regierungschef Ijad Allawi steckt einen Stimmzettel in eine Wahlurne (Foto: AP)

Ex-Regierungschef Ijad Allawi bei der Wahl am 7. März

Einen Tag vor der geplanten Bekanntgabe der Wahlergebnisse hatten Vertreter der religiösen Schiiten-Allianz erklärt, die säkulare Al-Irakija-Liste von Ex-Regierungschef Ijad Allawi habe wohl landesweit den ersten Platz belegt. Dies müssten alle Parteien jetzt akzeptieren. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Allawis Liste und die Schiiten-Allianz, die ideologisch eigentlich weit voneinander entfernt sind, bereits über eine mögliche Regierungskoalition gesprochen haben.

Allawi betonte allerdings in einem Interview mit der arabischen Zeitung "Al-Sharq al-Awsat" bislang gebe es nur Sondierungsgespräche. Al-Maliki warf er vor, "nicht bereit für einen friedlichen Machtwechsel" zu sein.

Autorin: Pia Gram (afp, rtr, dpa)

Redaktion: Martin Schrader

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