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Europa

Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Parlamentswahl

Bei der Parlamentswahl in Albanien liegen die Regierungspartei von Ministerpräsident Sali Berisha und die oppositionellen Sozialisten fast gleichauf. Nach einem blutigen Wahlkampf verlief die Abstimmung friedlich.

Berisha-Anhänger in Tirana (Foto: AP)

Zu früh gefreut? Berisha-Anhänger feiern in Tirana

Nach inoffiziellen Teilergebnissen vom Montag (29.06.2009) kommen sowohl die Demokratische Partei von Ministerpräsident Sali Berisha als auch die von Tiranas Bürgermeister Edin Rama geführten Sozialisten auf etwa 46 Prozent. Damit würden beide Blöcke im neuen Parlament knapp unter der absoluten Mehrheit bleiben. Allerdings könnte die von den Sozialisten abgespaltene LSI-Partei mit etwa fünf Prozent der bisherigen Opposition noch zum Sieg verhelfen.

Sali Berisha (Foto: AP)

Regierungschef Berisha bei der Stimmabgabe am Sonntag

Drei Wählernachfragen hatten zunächst das Berisha-Lager in Führung gesehen. Berishas Anhänger in Tirana feierten bereits am Sonntagabend in Tirana ausgelassen den vermeintlichen Wahlsieg der Demokratischen Partei und ließen Feuerwerksraketen in den Himmel steigen.

Wahlbeobachter sprechen von fairer Abstimmung

Regierung, Opposition und internationale Beobachter zogen eine positive Bilanz des Wahlverlaufs. Die Abstimmung sei weitgehend fair und ohne größere Zwischenfälle verlaufen, sagte der Chef der staatlichen Wahlkommission, Arben Ristani. Die Auszählung der Stimmen laufe zwar langsam, aber reibungslos. Ähnlich äußerte sich auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Größere Zwischenfälle wurden nicht bekannt. Dagegen war der Wahlkampf von Gewalt mit Toten und Verletzten überschattet. Beide Spitzenkandidaten hatten sich die Bekämpfung der Armut auf die Fahnen geschrieben.

Edi Rama, Spitzenkandidat der Sozialisten, bei einem Wahlkampfauftritt

Edi Rama, Spitzenkandidat der Sozialisten, bei einem Wahlkampfauftritt

Insgesamt waren in Albanien rund 3,1 Millionen Wahlberechtigte dazu aufgerufen, unter den Augen von rund 500 ausländischen und 5000 albanischen Beobachtern die Mandate für die nächste Legislaturperiode zu vergeben. Zur Wahl standen fast 4000 Kandidaten aus mehr als 40 Parteien und Bündnissen. Berisha und Rama sprachen von einer hohen Wahlbeteiligung.

Parlamentswahl als Bewährungsprobe

Albanien hatte sich im April, knapp einen Monat nach seinem NATO-Beitritt, offiziell um die Mitgliedschaft in der Europäischen Union beworben. Die Parlamentswahl gilt als Bewährungsprobe für die Beitrittsaussichten des Landes, da seit dem Ende des Kommunismus in Albanien Anfang der 1990er Jahre bisher jede Wahl dort von Protesten und Gewalt begleitet war. (wa/kle/rtr/afp/dpa/ap)

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