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Musik

Konzerte mit den Top Ten

Die Pianistin Lise de la Salle ist längst kein Nachwuchsstar mehr. Mit ihren 21 Jahren ist sie eine gefragte Interpretin, die mit Spitzenorchestern zusammen arbeitet und in die Konzertsäle der Welt eingeladen wird.

Die Pianistin Lise de la Salle (Foto: Agentur Concerto Winderstein)

Die Pianistin Lise de la Salle

Zierlich, blond, mit riesengroßen blauen Augen thront Lise de la Salle auf dem champagnerfarbenen Sofa ihrer Hotelsuite. Wie eine Märchenprinzessin in dunklem Kaschmirpullover und Jeans wirkt die 21-jährige Französin. Wir haben mit Lise de la Salle gesprochen.

DW-WORLD.DE: Frau de la Salle, Sie haben mit neun Jahren Ihr erstes Konzert gegeben und in den folgenden Jahren Ihre Karriere Schritt für Schritt aufgebaut – mit sehr viel Bedacht.

Lise de la Salle (Foto: Agentur Concerto Winderstein)

Lise de la Salle

Lise de la Salle: Ja, ich brauche Zeit für die Musik. Aber ich denke, es tut der Musik auch gut, wenn man sich Zeit nimmt für sein eigenes Leben. Um alle möglichen Emotionen wirklich zu erleben. Viele Musiker, besonders sehr junge, denken, dass es wichtig ist, 24 Stunden am Tag zu arbeiten anstatt "nur" acht oder neun Stunden. Ich halte das für falsch. Natürlich ist es wichtig zu üben, sich Gedanken zu machen über technische Aspekte, das ist ein harter Job. Aber Musik ist ja keine Wissenschaft, die man in einer sterilen Umgebung entwickeln kann, ohne Kontakt zur Außenwelt.

Sie haben sich sehr früh mit Chopin beschäftigt, jetzt steht das 2. Klavierkonzert auf dem Programm und eine CD-Einspielung.

In zwei Monaten spiele ich in Leipzig den solistischen Teil meiner Chopin-CD ein. Den ersten Teil habe ich vor zwei Monaten in Dresden aufgenommen, mit der Staatskapelle. Live! Es gab nur das Konzert, keine Wiederholungen und keine Korrekturen. So was ist heute sehr selten geworden. Der Solopart wird dagegen im Studio aufgenommen. Dafür habe ich jetzt in Leipzig den Flügel ausgesucht. Ich hatte zwei sehr, sehr unterschiedliche Instrumente zur Auswahl, die ich beide sehr gut fand. Das war eine ganz neue Erfahrung für mich, denn für ein Konzert muss man schon eine wichtige Entscheidung treffen, aber für eine Aufnahme ist das noch schwieriger. Man darf sich einfach nicht falsch entscheiden. Es war das erste Mal, dass ich zwischen zwei so unterschiedlichen Instrumenten wählen durfte.

Die Pianistin Lise de la Salle (Foto: Agentur Concerto Winderstein)

'Ist die Musik verzweifelt, muss ich auch verzweifelt sein', so de la Salle

Was ist für Sie bei der Auswahl des Instruments wichtig?

Für mich ist der Klang das Herz des Instrumentes. Er kann zum Beispiel aggressiv oder eher warm sein. Der Klang ist das Wichtigste an einem Instrument, denn er bildet die Basis für das, was ich dem Publikum werde sagen können.

Wie sehen Sie die Rolle des Interpreten?

"Inter" bedeutet ja zwischen etwas – wir Musiker sind nur eine kleine Verbindung zwischen dem Komponisten und dem Publikum. Wir sind nur dazu da, unser bestes zu geben, um die Botschaft des Komponisten zu reflektieren. Ich versuche, meine ganze Energie, mich selbst in die Musik hineinzugeben. Wenn die Musik verzweifelt ist, dann muss auch ich absolut verzweifelt sein, um sie zu spielen. Das ist nicht zu trennen von einem selbst. Es ist so ähnlich wie bei einem Schauspieler. Sie sind die Musik, wenn Sie spielen.

Autorin: Julia Kaiser

Redaktion: Gudrun Stegen

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