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Wirtschaft

Kontrolleure zurück in Athen

Die griechische Regierung und ihre Gläubiger haben in Athen ihre Gespräche über Reformen wieder aufgenommen. Im Mittelpunkt stehen Privatisierungen, Rentenkürzungen und höhere Steuern.

Vertreter der internationalen Geldgeber haben am Dienstag in Athen neue Kontrollen des griechischen Reformprogramms gestartet. Zunächst wurde über Privatisierungen und Energiethemen gesprochen, später sollen die nötigen Sparmaßnahmen für die kommenden Monate und Jahre erörtert werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen.

Mit den neuen Maßnahmen sollen rund 3,6 Milliarden Euro gespart werden. Ziel sei es, dass Griechenland nach 2018 und für mehrere Jahre einen Primärüberschuss von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung erreicht. Primärüberschuss bedeutet einen Haushaltsplus vor der Zahlung von Zinsen und Tilgung für Kredite.

Die griechische Finanzpresse urteilte, die Latte sei zu hoch gelegt. Schaffe Griechenland das, wäre es ein Rekord in der Geschichte der Staatsfinanzen der Länder dieser Welt, hieß es.

Die Gläubiger forderten unter anderem die Senkung des Einkommensteuer-Freibetrags von heute 8636 Euro auf etwa 6000 Euro pro Jahr, berichteten übereinstimmend griechische Medien. Bedingung für weitere Hilfen sind darüber hinaus Reformen beim Arbeits- und Streikrecht, Kürzungen von Renten sowie weitere Privatisierungen. Athen kämpfe darum, diese Sparmaßnahmen etwas zu entschärfen.

Nächste Rückzahlung im Juli

Die Maßnahmen - besonders die neuen Rentenkürzungen und die Senkung des Steuerfreibetrags - sollen stufenweise von 2018 an bis 2020 in Kraft treten, hieß es aus gut informierten Kreisen des Finanzministeriums. Es sei unklar, wie lange die Kontrolleure der EU-Kommission und Europäischen Zentralbank (EZB), des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) bleiben werden.

Optimistische Finanzexperten in Athen hoffen auf einen Abschluss der Kontrollen binnen einer Woche und eine Einigung beim nächsten Treffen der Eurogruppe am 20. März. Andere Beobachter befürchten, das Tauziehen könnte bis zum Sommer andauern. Im Juli muss Griechenland mehr als sieben Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) und andere Gläubiger zahlen.

Die griechische Regierung hatte 2015 im Gegenzug für ein Hilfspaket von bis zu 86 Milliarden Euro umfangreiche Reformen zugesagt. Der IWF nimmt vorerst nur als Berater an den Verhandlungen teil. Erst nach einer erfolgreichen Überprüfung können weitere Milliarden ausgezahlt werden.

bea/nm (dpa,afp)