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Wirtschaft

Konsumenten von Krisen unbeeindruckt

Trotz der internationalen Krisen hat sich die Kauflaune der deutschen Verbraucher erstmals seit Juli wieder aufgehellt. Das Konsumklima für November stieg überraschend um 0,1 auf 8,5 Punkte.

Zuletzt war dieser Index, der monatlich vom Nürnberger Marktforscher GfK ermittelt wird, zweimal in Folge gesunken, da die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten die Konsumenten zunehmend verunsicherten. Wie die aktuelle Umfrage ergab, schätzen die Bürger ihre künftige Finanzlage wieder besser ein. Zudem stieg ihre Bereitschaft, teure Güter wie Möbel oder Mofas zu kaufen.

"Damit kann sich das Konsumklima - zumindest vorerst - dem Sog der konjunkturellen Abkühlung durch die zahlreichen Krisenherde entziehen", kommentierte die GfK. Während sich die Konjunkturerwartungen nach dem massiven Einbruch der vergangenen beiden Monate im Oktober wieder stabilisierten, legten die Einkommensaussichten sowie die Anschaffungsneigung auf ohnehin hohem Niveau sogar wieder zu.

"Die Konsumlaune der Bundesbürger ist nach wie vor stark ausgeprägt. Stabile Beschäftigungsverhältnisse reduzieren die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust und fördern damit die Planungssicherheit, die vor allem für größere Anschaffungen wichtig ist", hieß es. Die gute Einkommenssituation der privaten Haushalte sowie das niedrige Zinsniveau stützten die Konsumneigung zusätzlich.

Stabiler Arbeitsmarkt

Zumal die Deutschen auch davon ausgehen, künftig mehr Geld im eigenen Portemonnaie zu haben. Der Grund: Der Arbeitsmarkt hierzulande ist weiter robust, die Löhne und Gehälter steigen. "In Verbindung mit einer Inflationsrate von derzeit deutlich unter einem Prozent sorgt dies für ein reales Einkommensplus", schrieb die GfK.

Analysten hatten einen Rückgang des Konsumbarometers erwartet. Lothar Hessler von HSBC Trinkaus glaubt, dass der private Konsum im dritten Quartal die gesamte Wirtschaft angekurbelt hat und dies auch im weiteren Jahresverlauf tun wird. "Das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal ist wohl leicht gestiegen. Die Investitionen werden nach oben gehen, aber nicht so stark wie erhofft. Enttäuschend ist auch die Erholung im Euro-Raum, die hinter den Erwartungen zurückbleibt."

Stefan Kipar von der BayernLB ist überzeugt: "Solange sich der Arbeitsmarkt nicht deutlich verschlechtert, bleibt der Konsument bei Laune und stützt die Konjunktur. Die Bedrohung durch internationale Krisen bleibt für viele Verbraucher wohl abstrakt und kommt oft kaum im Alltag an. Der zum Jahreswechsel eingeführte Mindestlohn führt bei den Betroffenen zur Erwartung steigender Einkommen."

wen/zdh (rtrd, dpa)