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wildfremd

Konstantin Kozakevich aus Russland (27 Jahre)

Konstantin ist Chorsänger. Den ersten Antrag für die Auswanderung seiner Familie nach Deutschland stellt er im Jahr 2000; sein Hauptmotiv ist der wachsende Antisemitismus in Russland.

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Konstantin Kozakevich

Als Jude hat Konstantin schon einige unangenehme Situationen mit Beschimpfungen und sogar Schlägereien erlebt, und die nationalistische Stimmung in der Bevölkerung nimmt zu. Als Junge war Konstantin mit einem Knabenchor öfter in Deutschland, er fühlt sich der deutschen Kultur sehr nah. Auch der wirtschaftliche Aspekt spielt eine Rolle: Konstantin singt in vier Ensembles, unter anderem im Moskauer Jüdischen Männerchor, trotzdem kann er nur mit Mühe seine Familie ernähren. Die deutsche Vergangenheit schreckt ihn nicht ab; er ist überzeugt, dass die Deutschen sich gänzlich verändert haben. Seine Mutter dagegen hat Angst: der größte Teil ihrer Familie, die in der Ukraine lebte, wurde während des Krieges von den Nazis umgebracht. Sie hat sich trotzdem entschieden, zusammen mit dem Sohn, der Schwiegertochter und dem Enkel auszuwandern, weil Konstantin ihr einziges Kind ist. Ein Übergangsheim in Borsdorf bei Leipzig wird für die Familie die erste Station in Deutschland sein. Die neue Sprache ist für Konstantin eine große Herausforderung.