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Politik

Konsequenzen nach schlechtem Katastrophenmanagement in den USA

Die US-Regierung hat die ersten personellen Konsequenzen aus dem verpatzten Einsatz nach dem Hurrikan gezogen. Der umstrittene Leiter des Kriseneinsatzes, Michael Brown, wurde nach Wahington zurückberufen.

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Brown (li) ist nicht mehr für das Katastrophenmanagement zuständig

Seit Tagen hatten Kongressabgeordnete in Washington den Rücktritt von FEMA-Chef Michael Brown gefordert. Ein Bericht des Time-Magazins wonach der Lebenslauf des umstrittenen Katastrophenmanagers in einigen Bereichen erheblich geschönt war, könnte das Fass nun zum Überlaufen gebracht haben. Das der FEMA übergeordnete Heimatschutzministerium ordnete am Freitag (9.9.2005) jedenfalls die Ersetzung Browns mit einem Admiral der Küstenwache im Krisengebiet an.

Rücktritt auf Raten

Heimatschutzminister Michael Chertoff lobte zwar Brown noch einmal für seine Leistungen beim Katrina-Einsatz, doch könnte dies der erste Schritt eines Rücktritts auf Raten gewesen sein.

Schlimmer als Krieg

Verwüstung nach dem Hurrikan

Der FEMA –Manager, der vor seiner Berufung zum obersten Katastrophenmanager unter anderem Präsident für die "Organisation zur Zucht von Araberhengsten" war, aber nur über begrenzte Erfahrung im Katastrophenschutz verfügte, soll nun an seinen Schreibtisch in Washington zurückkehren. Schließlich, so hieß es zur Begründung, könne die Nation jederzeit von einem weiteren Hurrikan ereilt werden – wofür man Vorsorge treffen müsse. Die Katastrophenmanager im Krisengebiet müssten sich dagegen ganz auf ihren Einsatz konzentrieren.

Militär übernimmt Katastrophenmanagement

Brown hatte man unter anderem vorgeworfen, zu spät die Hilfe der Armee angefordert zu haben als sich das ganze Ausmaß der Katastrophe durch Hurrikan Katrina abzuzeichnen begann. Außerdem musste Brown einräumen, von den mehreren tausend Sturmflüchtlingen im Convention Center in New Orleans, die dort unter menschenunwürdigen Bedingungen auf Hilfe warteten, erst aus den Medien erfahren zu haben, obwohl er selbst vor Ort war. Mit der Berufung von Vizeadmiral Allen, der zur US-Küstenwache gehört, gibt die Bushregierung aber nicht nur dem Ruf nach personellen Konsequenzen aus dem verpatzten Katastropheneinsatz nach, sie legt das weitere Krisenmanagement an der Golfküste damit auch endgültig in die Hände des Militärs. Die Küstenwache ist Teil der US-Armee und hatte in den ersten Tagen nach der Überflutung in New Orleans hunderte von Menschen von den Dächern ihrer Häuser gerettet.

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