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Wirtschaft

Konkurrenzkampf um die Lufthoheit

Auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough wurde der Wettkampf um neue Aufträge wieder von Boeing und Airbus dominiert. Gefragt waren in diesem Jahr Mittelstreckenjets.

Großbritannien Luftfahrt Messe in Farnborough Boeing 737-900ER (Foto: dapd)

Großbritannien Luftfahrt Messe in Farnborough Boeing 737-900ER

Zu Beginn der diesjährigen Luftfahrtmesse in Farnborough sorgte Boeing für eine der ersten Attraktionen. Der US-Flugzeugerbauer lieferte offiziell den Boeing 787 Dreamliner an Qatar Airways aus. Es war die erste von insgesamt 60 bestellten Maschinen dieses Typs, die an die Airline im Nahen Osten übergeben wurde. Zur Feier dieser Auslieferung trug auch die Teilnahme der 787 an der Flugshow bei. Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren nahm damit ein ziviles Flugzeug von Boeing an einer Vorführung teil.

Der Kampf um die Lufthoheit hat in den letzten Jahren an Schärfe zugenommen. Der europäische Flugzeugbauer Airbus und sein Erzrivale Boeing spielen dabei die Hauptrollen und sie schenken sich nichts. Es geht um technologische Innovationen und Konstruktionsneuheiten, um Produktionszahlen, um Marktbeherrschung. Mehr als 8.000 Flugzeuge insgesamt haben die Kunden von Boeing und Airbus bislang bestellt – sie warten auf die Auslieferung. Die Auftragsbücher sind also voll, doch bei der Fertigung gibt es Engpässe.

Die Amerikaner wollen Airbus abhängen. "Wir werden dieses oder nächstes Jahr bei den Auslieferungen an Airbus vorbeiziehen und diese Position für einige Jahre halten", kündigte Jim McNerney, der Vorstandvorsitzende von Boeing auf einer Pressekonferenz im britischen Farnborough an. Noch ist es nicht so weit: 2011 lieferten die Europäer 534 Flugzeuge an ihre Kunden aus, während bei Boeing lediglich 477 Maschinen die Fabriken verließen.

Duell der Giganten

Mittelstreckenflugzeuge waren auf der Luftfahrtmesse in Farnborough in diesem Jahr der Verkaufsschlager, Großraumjets eher die Ladenhüter. So hat Airbus das Absatzziel für den Riesenflieger für das laufende Jahr gekippt. Die geplanten 30 Neubestellungen für das Flaggschiff A380 sind nach Einschätzung von Verkaufschef John Leahy nicht mehr zu erreichen. Materialfehler kratzen am Image des Vorzeigemodells.

Großraumjetz A380 (dapd)

Großraumjets wie der A380 sind in diesem Jahr Ladenhüter auf der Messe in Farnborough

In das Segment der Mittelstreckenjets mit 100 bis 149 Sitzen drängt auch der kanadische Hersteller Bombardier. Doch in Farnborough konnten weder Bombardier noch andere Flugzeugbauer wie die brasilianische Embraer oder der russische Hersteller Suchoi aus dem Schatten der Giganten heraustreten.

Boeing hat in Farnborough Nase vorn

Den Wettlauf zwischen Boeing und Airbus um Flugzeugbestellungen während der Luftfahrtschau in Farnborough hat in diesem Jahr der US-Konzern Boeing gewonnen. Bis zum Ende der Schau am Donnerstag (12.07.2012) zogen beide Konzerne insgesamt Aufträge im Wert von etwa 54 Milliarden US-Dollar (44 Milliarden Euro) an Land. Boeing behielt mit insgesamt 396 Orders im Wert von 37 Milliarden Dollar die Nase vorn, während Airbus mit 115 Flugzeugen eine Listenpreis-Summe von 16,9 Milliarden Dollar verbuchen konnte.

Auch in diesem Jahr lieferten sich Airbus und Boeing in Farnborough einen harten Kampf um die Spitze. Beide warteten schon zu Messebeginn mit Erfolgsmeldungen auf. So hat sich beispielsweise Boeing gleich am Montag einen Auftrag von über 7 Milliarden US-Dollar für seinen modernisierten und spritsparenden Mittelstreckenflieger 737 Max gesichert. Der europäische Rivale zog Dienstag nach und gab die Bestellung von zehn Flugzeugen des Typs A350-1000 durch Cathay Pacific bekannt. Auch die russische Fluggesellschaft UTair hat beim europäischen Flugzeugbauer Mittelstreckenjets im Wert von etwa 2 Milliarden US-Dollar bestellt und wird damit neuer Airbus-Kunde.

MTU sammelt Milliardenorder ein

Einen absoluten Verkaufsrekord in der Unternehmensgeschichte kann der Münchner Triebwerkshersteller MTU auf der Luftfahrtmesse verzeichnen: Die Kunden hätten Turbinen und Wartungsdienstleistungen im Gesamtwert von 1,3 Milliarden Euro bestellt, teilte das Unternehmen mit. "Eine so hohe Auftragssumme konnten wir bisher von keiner Messe mitbringen", frohlockte Vorstandschef Egon Behle in Farnborough.

Vor allem die Antriebe für die Airbus-Flieger A320 und A320neo verkauften sich gut, teilte MTU mit. Das Gesamtvolumen des Großauftrags setzt sich zusammen aus Neubestellungen sowie Instandhaltungsaufträgen für Triebwerke, an denen die Münchner beteiligt sind. Allein die indische Fluglinie IndiGo habe 300 Turbinen für ihre A320-Flotte bestellt.

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