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Demokratische Republik Kongo

Kongolesischer Oppositionspolitiker Tshisekedi gestorben

Der langjährige Oppositionsführer in der Demokratischen Republik Kongo, Étienne Tshisekedi, ist tot. Der 84-Jährige starb in der belgischen Hauptstadt Brüssel, wie seine Partei mitteilte.

Erst vor einer Woche war Étienne Tshisekedi an Bord einer Privatmaschine von Kinshasas Flughafen Ndjili aus nach Belgien gereist. Die kongolesische Oppositionspartei UDPS nannte offiziell keinen Grund für Tshisekedis Abreise. Sie erklärte lediglich, die Reise sei wegen der "politischen Lage" im Kongo schon mehrfach verschoben worden. Wie aus dem Umfeld von Tshisekedis Familie verlautete, ist in Brüssel eine medizinische "Untersuchung" geplant. Tshisekedi sei aber nicht schwer krank. Ein ranghoher Parteivertreter sagte allerdings, Tshisekedis Gesundheitszustand habe sich zuletzt rapide verschlechtert. Möglicherweise werde er nicht mehr in den Kongo zurückkehren.

Tshisekedi gilt als Gallionsfigur der Opposition in dem afrikanischen Land. Bekannt wurde er durch seinen Widerstand gegen den langjährigen Machthaber Mobutu Sese Seko. Später avancierte er zum prominentesten Opponenten von Staatschef Laurent Kabila, der 1997 an die Macht kam, sowie zum wichtigsten Widersacher von Kabilas Sohn Joseph, der seit 2001 regiert.

Prekäre Situation

Tshisekedis Reise nach Brüssel erfolgte inmitten schwieriger Verhandlungen der Opposition mit der Regierung von Präsident Joseph Kabila. Nach wochenlangen Protesten gegen Kabila hatten Regierung und Opposition an Silvester ein Abkommen über einen politischen Übergangsprozess unterzeichnet. Demnach bleibt Kabila bis zu neuen Wahlen Ende 2017 im Amt, für die Übergangszeit sollen ein Nationaler Übergangsrat und ein Ministerpräsident aus dem Oppositionslager eingesetzt werden.

Kabila steht seit 2001 an der Spitze des zentralafrikanischen Landes. Damals trat er die Nachfolge seines ermordeten Vaters Laurent Kabila an. Die Verfassung verbietet es ihm, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Dennoch überschritt der 45-Jährige am 20. Dezember seine Amtszeit und setzte kurzfristig eine neue Regierung ein. In mehreren Städten des Landes gingen daraufhin Oppositionsanhänger auf die Straße. Bei den Protesten wurden nach UN-Angaben mindestens 40 Menschen getötet.

kle/pab (rtre, afp, Munzinger)     

 

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