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Afrika

Kongo nach der Wahl: Der alte ist der neue Präsident

Nach Auszählung der meisten Stimmen ist Amtsinhaber Kabila der Sieg so gut wie sicher. Die Wahlkomission prüft unterdessen Betrugsvorwürfe des Herausforderers Bemba.

Joseph Kabila, der Präsident des Kongo

seit 2001 Nachfolger seines ermordeten Vaters: Joseph Kabila

Gut zwei Wochen nach der Stichwahl um die Präsidentschaft im Kongo kann sich Joseph Kabila wohl auf eine weitere Amtszeit einstellen, wie die Nachrichtenagentur AP am Dienstag (14.11.06) berichtet. Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen lag er mit knapp 60 Prozent deutlich vor seinem Rivalen Jean-Pierre Bemba. Auf diesen entfielen 40 Prozent, wie die Unabhängige Wahlkommission laut AP mitgeteilt hat. Zum vorläufigen Endergebnis fehlten zuletzt nur noch die Zahlen aus einem Dutzend Wahlkreisen, berichtet ein ARD-Korrespondent aus Nairobi. Die Veröffentlichung könne sich dennoch in die Länge ziehen.

Oppositionskandidat wehrt sich gegen Niederlage

Kabila selbst erklärte am Montagabend in einer Fernsehansprache, das wichtigste Ergebnis dieser Wahl müsse die Förderung der Demokratie im Kongo sein. Bembas Lager hat dagegen Betrugsvorwürfe erhoben, die von der Wahlkommission geprüft werden. Bemba erklärte am Montagabend, er wolle nur, dass die Wahrheit über diese Wahl herauskomme.

Laut ARD gebe es angebliche Abweichungen zwischen ausgezählten und veröffentlichten Stimmen, außerdem hätten eine Million nicht registrierter Wähler abgestimmt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen scheine in einigen Wahllokalen höher zu sein, als die der eingetragenen Wähler. Davon haber aber wohl auch der Herausforderer profitiert.

Neue Kämpfe in der Hauptstadt

Erst am Wochenende war es in Kinshasa wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen Anhängern Kabilas und des einstigen Rebellenführers und späteren Vizepräsidenten Bemba gekommen. Dabei wurden vier Menschen getötet. Unruhen nach der ersten Wahlrunde am 30. Juli kosteten mindestens 23 Menschen das Leben. Mit der Veröffentlichung eines vorläufigen offiziellen Endergebnisses der Stichwahl vom 29. Oktober wird noch am Dienstag gerechnet.

Trotz der jüngsten Unruhen soll der EU-Einsatz in dem zentralafrikanischen Staat wie geplant zum Monatsende auslaufen. Dies sei "die breite Übereinstimmung aller Verteidigungsminister" der 25 Mitgliedstaaten, hatte der deutsche Ressortchef Franz-Josef Jung am Montag in Brüssel erklärt. Das EUFOR-Mandat endet am 30. November. (al)

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