Kongo droht Hungerkatastrophe | Aktuell Afrika | DW | 11.05.2018
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Zentralafrika

Kongo droht Hungerkatastrophe

Der Kongo kommt nicht zur Ruhe: UNICEF warnt vor einer Hungerkatastrophe in dem zentralafrikanischen Land. 400.000 Kinder seien schwer unterernährt – es drohe der Hungertod, wenn Hilfe ausbleibe.

Kongo Kananga - Hungersnot: (picture-alliance/dpa/K. Bartlett)

Kongo: Mütter warten mit Kindern auf Nahrungsmittel (Archivbild)

In der Region Kasai seien 770.000 Kinder unter fünf Jahren "akut mangelernährt", teilte das UN-Kinderhilfswerk in Kinshasa bei der Vorstellung eines neuen Lageberichts mit. "400.000 dieser Kinder sind so schwer unterernährt, dass ihr Leben in Gefahr ist." Sollte die humanitäre Hilfe nicht aufgestockt werden, könne die Zahl der Todesfälle unter den betroffenen Kindern "drastisch ansteigen".

Seit Jahrzehnten kämpfen im Kongo Milizen verschiedener Volksgruppen gegeneinander. Auch in die zuvor friedliche Region Kasai und in der Provinz Ituri hat sich die Gewalt ausgebreitet. Hunderttausende flüchteten vor den Kämpfen teils in die offene Steppe. Deshalb konnten sie weder ihre Felder bestellen noch die Ernte einfahren. In Kasai sind laut UNICEF 3,8 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, darunter 2,3 Millionen Kinder.

440.000 Schülerinnen und Schüler hätten ihre Ausbildung wegen des Konflikts unterbrechen müssen, mehr als 400 Schulen seien bisher für militärische Zwecke missbraucht oder angegriffen worden. Tausende Kinder seien zudem von bewaffneten Gruppen zwangsrekrutiert worden. Die Milizen in Kasaï bestünden zu 60 Prozent aus Kindersoldaten, erklärte UNICEF-Chefin Fatoumata Ndiaye nach einem Besuch in der Region.

Hilfsgelder bleiben aus

750.000 Kongolesen sind den Vereinten Nationen zufolge geflüchtet, zugleich halten sich rund 500.000 Flüchtlinge aus Nachbarländern im Kongo auf. Obwohl der Kongo mit einer der schlimmsten humanitären Krisen weltweit ringt, fließen hierhin nach UN-Angaben weniger Hilfsgelder als in andere Regionen. Eine Geberkonferenz, die die UN Mitte April in Genf zusammengerufen hatte, brachte deutlich weniger Zusagen als erhofft. Der Hilfsaufruf von UN und Hilfsorganisationen ist derzeit nur zu 14 Prozent finanziert. 

Der Kongo wird immer wieder von gewalttätigen Konflikten erschüttert. Hinzu kommt eine politische Dauerkrise um die Regierung von Joseph Kabila. Der Präsident weigert sich seit Dezember 2016, nach zwei Amtszeiten wie von der Verfassung vorgeschrieben auf die Macht zu verzichten und Neuwahlen zuzulassen.

fz/stu (KNA, epd, dpa)