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Aktuell Welt

Konfliktparteien stimmen Feuerpause im Gazastreifen zu

Nach immer stärkerer internationaler Kritik an der Kriegsführung im Gazastreifen haben Israel und die Hamas einer Feuerpause zugestimmt. Außerdem wollen die Konfliktparteien Verhandlungen aufnehmen.

Die Feuerpause werde am Freitagmorgen in Kraft treten und 72 Stunden dauern, teilten UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Außenminister John Kerry mit. Die Konfliktparteien hätten der humanitären Waffenruhe zugestimmt. Vertreter Israels und der Palästinenser wollten zudem in Kairo über einen längeren Waffenstillstand verhandeln. "Beide Seiten werden alle Fragen auf den Tisch bringen können", hieß es in einer Erklärung der UN.

Beide Seiten hätten UN-Sondervermittler Robert Serry zugesichert, sich an die Waffenruhe halten zu wollen. Der Zeitraum von drei Tagen könne verlängert werden, betonten die UN. "Während dieser Zeit werden die Truppen in ihren Stellungen bleiben.",

Humanitäre Hilfe für Zivilisten

US-Außenminister Kerry sagte, während der Feuerpause "werden die Zivilisten in Gaza dringend benötigte humanitäre Hilfe erhalten" und die "Gelegenheit, lebenswichtige Arbeiten auszuführen". Kerry nannte die Bestattung von Toten, Versorgung von Verletzten und die Aufstockung von Lebensmittelvorräten. Zudem könnten während der humanitären Waffenruhe wichtige Reparaturarbeiten an Energie- und Wasserversorgung für die Bevölkerung erledigt werden.

Israel und die Hamas reagierten damit auf die immer drängender werdenden Forderungen der internationalen Gemeinschaft, die Kämpfe angesichts der immer weiter steigenden Opferzahl zu beenden. Im Weltsicherheitsrat hatten UN-Mitarbeiter über die immer größere Not der Zivilbevölkerung im Gazastreifen berichtet, "Ich glaube, die Bevölkerung ist am Abgrund", sagte der Leiter des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Pierre Krähenbühl, telefonisch aus Gaza.

"Ich sah grauenhafte Wunden in der Kinderabteilung eines Krankenhauses. Das sind die inakzeptablen Folgen eines Konflikts, der sofort gestoppt werden muss, verlangte der Schweizer UN-Mitarbeiter. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, "alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um diese extreme Situation anzugehen".

Rauch über Gaza-Stadt nach israelischem Beschuss (Foto: AP)

Rauch über Gaza-Stadt nach israelischem Beschuss

Die Menschen in Gaza fühlen sich nach den Worten Krähenbühls verlassen. "220.000 Menschen sind unter unserem Schutz, und es werden jeden Tag mehr. Es sind jetzt schon viermal so viele wie während der Kämpfe 2008 und 2009." Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos forderte bei der Anhörung in New York eine tägliche Feuerpause, um den Menschen in Gazastreifen zu helfen. "Wir brauchen jeden Tag eine Waffenruhe, die verlässlich ist. Dann können unsere Helfer die Menschen versorgen, Verwundeten kann geholfen und Tote können beerdigt werden", sagte sie. "Wir rufen beide Seiten auf, solch einen täglichen Waffenstillstand zu vereinbaren."

Zudem müssten Israelis und Palästinenser alles tun, um Zivilisten zu schützen. "Alle Seiten müssen sich an den internationalen Standards des Völkerrechts messen lassen, nicht an den Standards der anderen Seite", sagte die britische Diplomatin.

Immer mehr Tote

Seit dem Beginn der israelischen Militäroffensive am 8. Juli sind im Gazastreifen nach palästinensischen Angaben rund 1400 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handelt es sich zum größten Teil um Zivilisten, unter ihnen sehr viele Kinder. Auf israelischer Seite wurden 56 Soldaten und drei Zivilisten getötet. Israel reagierte mit der Offensive auf den anhaltenden Raketenbeschuss durch radikale Palästinenser aus dem Gazastreifen.

wl/qu (dpa, afp, rtr)