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Aktuell Afrika

Konflikt mit libyschen Separatisten eskaliert

In Libyen steht die Zentralregierung vor einer bewaffneten Auseinandersetzung mit den Separatisten im Osten des Landes. Die Aufständischen wollen am Öl-Export mitverdienen - und beladen dazu einen Tanker aus Nordkorea

Das libysche Parlament in der Hauptstadt Tripolis hat eine Militäroperation gegen die Separatisten im Öl-Verladehafen Al-Sidra angeordnet. Die libysche Regierung und regierungstreue Milizen entsenden dazu Schiffe, um den nordkoreanischen Tanker "Morning Glory“ (Artikelbild) notfalls mit Gewalt am Auslaufen zu hindern und den Hafen wieder unter staatliche Kontrolle zu bringen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Lana berichtete, sind auch Kampflugzeuge auf dem Weg zum östlichen Hafen.

Im Verladehafen Al-Sidra versuchen die Separatisten aus Al-Brega seit dem Wochenende die „Morning Glory“ mit Öl zu beladen. Damit möchten die Milizen an dem Export des kostbaren Rohstoffs teilhaben. Nach Angaben von lokalen Medien soll das Rohöl einen Wert von 36 Millionen Dollar haben.

Aufständische drohen mit Gegenwehr

Die Verladeaktion hatte die Regierung als illegal eingestuft und die Rebellen mehrere Male eindeutig vor diesen Schritten gewarnt. Die Aufständischen lassen sich jedoch nicht einschüchtern. "Wenn irgendwer angreift, werden wir darauf reagieren", sagte der selbst ernannte Ministerpräsident der Autonomiebewegung in Libyens Osten, Abb-Rabbo Albarassi.

Neben Al-Sidra haben die Rebellen auch die Häfen Ras Lanuf und Sueitina im August 2013 in ihre Gewalt gebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden über die Häfen 600.000 Barrel libysches Rohöl exportiert.

Der Konflikt zeigt einmal mehr, dass das Land fast drei Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gadaffi im Sommer 2011, immer noch nicht zur Ruhe kommt. Mehrere Milizen, die einst den Aufstand gegen Gadaffi unterstützten, sind nicht bereit, sich der Zentralregierung unterzuordnen.

zam/wl (dpa, rtr, afp)