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Kultur

Konferenz der Weihnachtsmänner

Alle Jahre wieder stellen sich Tausende von Kindern dieselbe Frage: Gibt es den Weihnachtsmann wirklich? Die Antwort ist: Ja! Es gibt ihn und zwar nicht nur einen. In Berlin werden Weihnachtsmänner ausgebildet.

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Alles Übung: Der Job des Weihnachtmanns lässt sich lernen

Auf der breiten Treppe im weihnachtlich geschmückten Foyer eines Berliner Hotels posieren rund 400 Weihnachtsmänner und 50 Engel für die Presse-Fotografen. Ein Meer von roten Samtmänteln, Kapuzen und Mützen mit weißen Bommeln. Hin und wieder ragt ein flauschig, weißer Heiligenschein von einem Engel hervor. Und dann heben die Amateur-Geschenke-Bringer zum weihnachtlichen Gesang an. Da muss allerdings noch ein bisschen geübt werden, damit an Heiligabend der Auftritt in den Berliner Wohnzimmern auch perfekt sitzt.

Weihnachten Symbolbild Weihnachtsbaum

Oberweihnachtsmann Jörg Schöpfel von der studentischen Arbeitsvermittlung "Weihnachtsmannbüro" bringt seinen bärtigen Schülern richtiges Weihnachtsmann-Verhalten bei und klärt über die standesgemäße Kleidung auf. Wichtig seien der rot-weiße Mantel, schwarze Stiefel und eine schwarze Hose, sagt Schöpfel. Man müsse einen Jutesack, ein goldenes Buch, einen Bart und eine adäquate Kopfbedeckung haben. "Auf keinen Fall aber soll man eine Rute, eine Jeans, Turnschuhe und Müllsäcke dabeihaben", sagt der Weihnachtsmann-Chef.

Vorbereitung auf schwierige Fragen

Wichtig sei auch, sich auf Fachfragen der Kinder vorzubereiten, sagt der Ober-Nikolaus. Fragen wie "Wo ist dein Schlitten? Wo wohnst du?" oder "Bist du der echte Weihnachtsmann?" Für die Kinder ist der Weihnachtsmann eine Autoritätsperson, erklärt Schöpfel den 400 Studenten, die in rot-weißer Montur um ihn herum stehen. Viele der Studenten spielen nicht zum ersten Mal den Weihnachtsmann. Sie wissen, dass gute Organisation das Wichtigste ist, damit bei der Tour am 24. auch alles klappt. Bis zu zwölf Familien besucht jeder Santa Claus an Heiligabend. Im goldenen Buch sollte sich der Weihnachtsmann alles notieren, was er über die Kinder wissen muss, sagt Volker, der schon seit fünf Jahren an Heiligabend Berliner Kinder beschert.

Training für die Bescherung

Damit der Abend auch wirklich schön wird für die Kinder und für die Familien, müssen die Weihnachtsmänner, die zum ersten Mal dabei sind, noch ein paar Vorbereitungen treffen: "Ich werde mir ein paar Lieder besorgen und die in mein goldenes Buch kleben und vielleicht schon mit meinem Weihnachtsengel ein bisschen trainieren für die Bescherung, dass es auch alles glatt läuft und wir uns nicht ins Gehege kommen", sagt einer der Anfänger.

Engel als gute Seele

Die Engel können übrigens nur in Kombination mit einem Weihnachtsmann gebucht werden. 56 Euro kostet so ein 20-minütiger Auftritt des himmlischen Duos. Der Weihnachtsmann ohne Engel ist preiswerter: Für 28 Euro beschert er eine Familie mit bis zu drei Kindern. Die meisten Familien bestellen Santa Claus solo zur Bescherung, trotzdem sind die Aufgaben der geflügelten Assistentinnen des Weihnachtsmanns nicht zu unterschätzen, wie ein Weihnachtsengel sagt: "Ich glaube, der Engel ist so ein bisschen auch die gute Seele, die als Vermittler zwischen Weihnachtsmann und Kindern ist, weil die Kinder ja doch immer ein bisschen Angst vorm Weihnachtsmann haben."

Bei so vielen Engeln und dickbäuchigen Männern mit Rauschebart und roten Mützen bleibt nur noch die Transport-Frage zu klären. Wie schaffen die Weihnachtsmänner sich und ihre vollbepackten Jutesäcke mit den Geschenken vom Himmel oder vom Nordpol zu den Berliner Familien? Natürlich traditionell mit dem Rentier-Schlitten. Doch das ist mitten im Autoverkehr nicht ganz unproblematisch, wie Oberweihnachtsmann Jörg Schöpfel aus Erfahrung weiß: "Ich lass meine Rentiere immer im Umland stehen, damit die da in Ruhe grasen können und sich hier nicht den Autofahrern aussetzen müssen."

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