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Studium

Konferenz Bildkorrekturen: Stereotypen überwinden

Rund 100 Studierende von deutschen Journalistik-Instituten trafen sich, um mit internationalen Experten über das Motto "Yes, we Carry on! - Gender and Development" zu diskutieren. Mit dabei: Studierende der DW Akademie.

Deutschland Bildkorrekturen Konferenz der DW Akademie in Leipzig

Voneinander lernen und Brücken schlagen: Teilnehmende der Bildkorrekturen-Konferenz 2015

"Stereotypen entstehen dann, wenn wir nur eine Seite kennen, deshalb ist es wichtig, dass wir eine Sache immer aus mehreren Perspektiven betrachten." Mit diesen Worten eröffnete Khadija El-Aloui, Assistenzprofessorin aus Saudi Arabien, via Skype die diesjährige Konferenz "Bildkorrekturen" in Leipzig. Wir hörten ihren Worten aufmerksam zu, gespannt auf den Austausch der folgenden Tage. Wir, das sind rund hundert Studierende des Masterprogramms "International Media Studies" (DW Akademie), der Deutschen Journalistenschule sowie den Universitäten Leipzig, Bamberg und München, die zur Konferenz eingeladen waren.

Grundidee der Konferenz "Bildkorrekturen" sei es, "andere Perspektiven einzunehmen, nicht nur die eigene eurozentristische, sondern auch die von Experten aus anderen Ländern zu hören", erklärte Sabine Witt, Leiterin der Außenstelle Sachsen von Engagement Global. Entwicklungspolitische Themen stehen dabei im Vordergrund – betrachtet aus verschiedenen Blickwinkeln. In diesem Jahr stand die von Engagement Global mitorganisierte Konferenz unter dem Motto "Gender and Development".

Diskutieren, networken, den eigenen Horizont erweitern

Deutschland Bildkorrekturen Konferenz der DW Akademie in Leipzig

In einem Workshop wurde über Frauenbilder in Afghanistan diskutiert

Expertinnen aus Afghanistan, Türkei, der Demokratischen Republik Kongo, Burundi sowie Deutschland berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen mit sexueller Gewalt, Diskriminierung und ihrer Wahrnehmung von Geschlechterrollen. Für Dr. Khadija El-Aloui, Assistenzprofessorin an der Prince Mohammad Bin Fahd University, Al-Khubar in Saudi-Arabien, sei es sehr wichtig, sich der eigenen festgefahrenen Stereotypen bewusst zu sein: Bei Feldforschungen in syrischen Dörfern habe sie Frauen interviewt, die ein sehr häusliches Leben führten, fernab vom akademischen Leben, das sie selbst führt. "Ich hatte Mitleid mit ihnen und dachte, ich könnte als emanzipierte Muslima ein Vorbild für sie sein. Doch nachdem sie anfingen mich zu fragen, warum ich alleine hier bin und wo meine Familie ist, habe ich festgestellt, dass sie Mitleid mit mir hatten."

In den Panels zu "Gender und Gesellschaft", "Gender und Medien" und "Gender und Gewalt", wurde debattiert, wie sich weltweit Geschlechtergleichstellung in allen Bereichen des sozialen und öffentlichen Lebens stärken lässt. Dabei wurde auch kritisch hinterfragt, welche Rolle die Medien bei der Berichterstattung, unter anderem bei sexualisierter Gewalt in Kriegsgebieten, spielen. "Inhaltlich war das zum Teil schon wirklich harter Tobak", sagt Marion Ender, IMS-Studentin an der DW Akademie. Viele Bilder konnten sich bei ihr im Kopf nicht korrigieren: "Ganz im Gegenteil, die Annahme, dass noch sehr viel mehr getan werden muss, hat sich verfestigt."

Alles eine Frage der Perspektive

Deutschland Bildkorrekturen Konferenz der DW Akademie in Leipzig

Studierende knüpfen Kontakte für ihr Berufsleben

Generell sollten Journalisten globaler denken und über den eigenen Tellerrand hinweg schauen, resümierte David-Pierce Brill, Studierender der Deutschen Journalistenschule. "Vor allem die Begegnung mit den Studierenden der DW Akademie war höchst interessant. Die kommen ja wirklich aus allen Teilen der Welt und gehen Journalismus zum Teil viel emotionaler an."


Bildkorrekturen wird von Studierenden und Dozenten als Lernwerkstatt genutzt, um journalistische Kompetenzen zu vertiefen. Im Rahmen des Seminars "Projektmanagement" unterstützten die Studierenden des Masterprogramms "International Media Studies" (IMS) die Panels, die Organisation, die Moderation sowie die multimediale Berichterstattung der Konferenz, unter anderem auf Social Media.

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