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Kultur

Komponist und Weltbürger: Hans Werner Henze ist 75

Ein deutscher Weltbürger mit Wohnsitz in Italien: Am 1. Juli feierte Hans Werner Henze seinen 75. Geburtstag.

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Hans Werner Henze feierte seinen 75. Geburtstag - ausgerechnet in Hamburg, wo ihm vor 33 Jahren das Etikett eines Skandalkünstlers verpasst wurde. Heute wird Henze als Guru für Neue Musik von vielen jungen Dirigenten und Musikern verehrt. Neben zahlreichen Opern und Sinfonien hat der vielseitig Begabte auch abendfüllende Ballett-Partituren geschaffen. Henze gründete die "Münchener Biennale für Neues Musiktheater" und trat als politisch engagierter Künstler in Erscheinung.

Dass er der wohl politischste Kopf unter den deutschen Komponisten der Gegenwart geworden ist, hat ohne Zweifel etwas mit seiner Kindheit und der Mutation seines Vaters vom engagierten Sozialdemokraten zum fanatischen Nazi zu tun. Henze schlug sich auf die Seite der Außerparlamentarischen Opposition und des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds, trat in die Kommunistische Partei Italiens ein und vertonte Brecht ebenso wie Ho Tschi Minh.

Dem Guerillaführer Ernesto "Che" Guevara widmete Henze sein Oratorium "Das Floß der Medusa", dessen geplante Uraufführung 1968 in Hamburg einen der größten Kunstskandale der Nachkriegszeit auslöste: Der Chor des Berliner Senders RIAS weigerte sich, unter einer von SDS-Studenten angebrachten roten Fahne zu singen. Es kam zu Tumulten im Publikum und die Polizei schritt ein. Henze, der das Orchester dirigieren sollte, verließ entsetzt die Messehalle im Park Planten un Blomen. Die Uraufführung des "Floßes der Medusa" kam dann 1971 in Wien zu Stande. In Hamburg aber wurde das Werk erst zwei Wochen vor Henzes 75. Geburtstag zum ersten Mal aufgeführt - mit großem Erfolg und guten Besprechungen.

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