Komponist Robert Ashley gestorben | Musik | DW | 05.03.2014
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Musik

Komponist Robert Ashley gestorben

Der Komponist Robert Ashley ist am 3. März im Alter von 83 Jahren in seiner New Yorker Wohnung gestorben. Der US-Amerikaner war in der Avantgardeszene für seine Opern und sein Musiktheater bekannt.

Früh hatte Robert Ashley der elektronischen Musik den Weg bereitet: Er war einer der ersten, die lange vor der kommerziellen Erfindung des Synthesizers auf selbst erfundenen Geräten mit synthetischen Klängen experimentierten. Er gehörte 1961 zu den Gründern des Once-Festivals in Ann Arbor, das bis Ende 1966 ein Platz für avantgardistische Musik war.

Drei seiner Opern - so auch seine erst vor drei Monaten vollendete letzte Oper "Crash" - werden im April im New Yorker Whitney Museum unter der Leitung von Regisseur Alex Waterman aufgeführt, der den Komponisten lange begleitet hat. "Robert Ashley hat Oper nicht nur neu erfunden - er hat die amerikanische Musiklandschaft mit neuer Fantasie gefüllt", sagte Waterman. "Er brachte uns eine total neue Form der Oper, in der das gesungene Wort wie gesprochen und synthetische Klänge wie Gedanken im Unterbewusstsein wirkten. Und seine Aufführungen waren insgesamt wie ein Traum, aus dem wir nicht wieder aufwachen konnten!"

Als visionärer Opernkomponist inspirierte Robert Ashley eine neue Generation von Musikern, die seinen Werken in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit schenkten. Dieser jugendliche Enthusiasmus am Ende seiner Karriere hat den bis zum Schluss arbeitenden Künstler zwar gestärkt, aber nicht verwundert: "In der musikalischen Rezeption gab es schon immer eine konstante zeitliche Verzögerung", sagte Ashley zuletzt. "Du hast eine Idee. Und 30, 40 Jahre später wird diese Idee immer wichtiger und kommt noch einmal voran."

Bis kurz vor seinem Tod hat Robert Ashley noch an seinen Opern für das New Yorker "Whitney Museum Biennial" gearbeitet und dabei - wie bei ihm üblich - neue Wege der Präsentation gesucht. "Musik zu Papier zu bringen brachte uns das Orchester und war wichtig", sagte Robert Ashley einmal. "Gleichzeitig hat es eine andere Art der Musikvermittlung in den Hintergrund gedrängt, nämlich: Ich sage Dir, wie das zu spielen ist. Du sagst es dem Nächsten. Und der gibt es dann erneut weiter. Das ist eine völlig andere Form der Kommunikation." Ashleys Ansatz ließ den Künstlern, mit denen er arbeitete, immer Freiheit.

pz/cp (dpa)