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Bildung

Komponieren am Computer

Mit Stift und Papier am Klavier sitzen und Noten kritzeln, so stellt man sich kreative Musiker vor. Im Studiengang Multimediale Komposition wird mit dem Rechner komponiert. Echte Instrumente dürfen aber auch mitspielen.

Studiengang Multimediale Komposition in Hamburg: Monitor (Foto: DW/Janine Albrecht)

Hier spielt die Musik!

Ein großer sechseckiger Tisch steht im Seminarraum an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Drumherum sitzt eine Handvoll Studierender vor ihren Laptops. Ihr Blick ist auf einen breiten Monitor gerichtet, der mit dem Computer von Georg Hajdu verbunden ist. So können die Studierenden die Arbeit ihres Professors Schritt für Schritt nachvollziehen.

Virtuoser Umgang mit dem Computer

Professor Georg Hajdu geht von Student zu Student, erteilt Rat, beantwortet Fragen. Denn der Umgang mit dem Computer muss den Studierenden in Fleisch und Blut übergehen. So wie anderen Musikern der Umgang mit dem Cello oder der Trompete. "Der Computer ist sozusagen unser Instrument, den sollte man virtuos beherrschen", sagt Georg Hajdu. Denn die jungen Frauen und Männer studieren "Multimediale Komposition".

Seit 2004 lernen Studierende an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg innerhalb eines viersemestrigen Masterstudiums, wie sie mit dem Rechner experimentelle Musik machen können. Ein interdisziplinäres Studium, das Technologie und Kunst kombiniert und nicht nur in Deutschland einzigartig ist. Auf dem Stundenplan stehen so kompliziert klingende Studienschwerpunkte wie algorithmische Komposition, digitale Signalverarbeitung und Plugindesign, aber auch Fächer wie Hörspiel-, Schauspiel- und Filmmusik.

Aus Liebe zur Musik – und zur Technik

Studiengang Multimediale Komposition: Student Constantin Basica (Foto: DW/Janine Albrecht)

Constantin Basica liebt Musik - elektronisch und klassisch

Die Noten, um die sich in der multimedialen Komposition alles dreht, sind allerdings keine herkömmlichen Noten. Sie fungieren als Container für alle Informationen, die der Computer für die Musik braucht, also welche Klangfarbe, welche Lautstärke, welche Länge die jeweilige Note haben soll. Neben einem Verständnis für Musik müssen die Studierenden deshalb vor allem eine große Affinität zur Technik mitbringen. Genau aus diesem Grunde hat sich Constantin Basica aus Rumänien für das Studium in Hamburg entschieden: "Ich liebe elektronische Musik. Und ich habe klassische Komposition studiert. Das wollte ich mischen." In Hamburg kann er das tun.

Wie Constantin Basica haben auch seine Kommilitonen bereits einen Studienabschluss in der Tasche; eine der Voraussetzungen, für das Studium überhaupt genommen zu werden. Der Studiengang steht sowohl Komponisten mit Interesse an den Medien offen als auch Medienkünstlern und Informatikern mit Interesse an der Musik.

Doch auch wenn Constantin Basica die meiste Zeit vor dem Rechner verbringt, kommen bei der multimedialen Komposition echte Instrumente nicht zu kurz: "Live-Musiker sind in unseren Konzerten eine ganz wichtige Sache. Sie haben auch fürs Publikum einen größeren Nutzwert als eine menschenleere Bühne mit Lautsprechern", sagt Georg Hajdu. Und so sitzt auch bei Constantin Basicas jüngstem Stück ein Horn-Bläser auf der Bühne.

Persönliche Betreuung im Studium und gute Berufsaussichten

Studiengang Multimediale Komposition: Prof. Georg Hajdu mit Studenten (Foto: DW/Janine Albrecht)

Optimale Betreuung: Georg Hajdu mit drei seiner vier Studierenden

Von dem Betreuungsschlüssel in der "Multimedialen Komposition" können andere Studenten nur träumen. Gerade einmal vier Studierende sind derzeit für den Masterstudiengang eingeschrieben. Sie kommen – zufälligerweise – alle aus dem Ausland. Doch egal, ob im Ausland oder in Deutschland: Mit dem Master in der Tasche müsse man sich um seine Zukunft nicht sorgen, sagt Georg Hajdu. Man könne später im Theater arbeiten, die Elektronik für Konzerte betreuen oder Computerarrangements machen. Da gebe es einen wachsenden Bedarf. "Insofern mache ich mir selten Sorgen darüber, dass die Absolventen des Studiengangs auf der Straße sitzen."


Autorin: Janine Albrecht / Svenja Üing
Redaktion: Gaby Reucher

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