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Kultur

Komplett-Räumung von New Orleans angeordnet

Nach der Katatstrophe versuchen die Behörden in den von Hurrikan "Katrina" heimgesuchten Südstaaten die Lage unter Kontrolle zu bringen: Für New Orleans wurde die Komplett-Räumung angeordnet.

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New Orleans unter Wasser von Air Force One aus gesehen

Sämtliche 480.000 Einwohner sollen evakuiert werden, kündigte Gouverneurin Kathleen Blanco an. Nach der Anordnung müssen in New Orleans auch die Notunterkünfte geräumt werden - darunter das Footballstadion "Superdome", in das sich etwa 23.000 Menschen geflüchtet haben. Weitere 40.000 hielten sich in rund 200 Unterkünften auf, die das Rote Kreuz im Katastrophengebiet errichtet hat. Mindestens 25.000 Obdachlose sollen in ein still gelegtes Stadion im 560 Kilometer entfernten Houston verlegt werden. Der nationale Katastrophenstab stellte dafür 475 Busse bereit. Vermutlich können die Betroffenen erst im Dezember nach Hause zurückkehren.

Stadt unter Wasser

Die Stadt steht nach dem Sturm zu 80 Prozent unter Wasser. Die Strom- und Trinkwasserversorgung ist vollständig zusammengebrochen, es kam zu Plünderungen. Über die Anzahl der Todesopfer gibt es vorerst keine genauen Angaben, weil zunächst die Überlebenden versorgt werden sollen. Mindestens 3.000 Menschen wurden bislang mit Booten oder Hubschraubern aus ihren überfluteten Häusern geborgen. Ingenieure der Streitkräfte bemühten sich derweil fieberhaft, zwei gebrochene Dämme zu reparieren.

In manchen Teilen des zum größtem Teil unter dem Meeresspiegel liegenden New Orleans im Bundesstaat Louisiana stand das Wasser bis zu sechs Meter hoch. Ein erster Versuch, den Damm am See Pontchartrain zu reparieren, scheiterte. Der frühere Bürgermeister von New Orleans, Sidney Barthelemy, sagte, in der Metropole seien vermutlich noch 80.000 Menschen eingeschlossen.

Hurrikan Katrina, zerstörtes Haus

Zerstörtes Haus in Alabama

Bild wie nach einem Atomangriff

In den betroffenen Staaten Louisiana, Mississippi und Alabama waren mehr als eine Million Menschen ohne Strom, viele hatten kein Trinkwasser. Mississippi ist besonders schwer von der Verwüstung durch "Katrina" betroffen. Dort überschwemmte eine zehn Meter hohe Flutwelle weite Teile der Küste entlang von Biloxi und Gulfport. 90 Prozent der Gebäude an der Küste der beiden Städte waren zerstört.

Allein in Biloxi in Mississippi rechnen die Behörden mit mehreren hundert Toten unter den Schuttbergen zusammengestürzter Häuser. Nach den Worten von Gouverneur Haley Barbour ist ein 100 Kilometer langer Küstenstreifen zu 90 Prozent zerstört worden. Es habe wie nach einem Atomangriff ausgesehen, sagte er. "Wenn Sie diese Zerstörung sehen, ist alles möglich", antwortete Barbour auf die Frage, ob sich die Zahl der Toten weiter erhöhen werde.

US-Präsident George W. Bush brach am Mittwoch (31.8.2005) seinen Urlaub auf seiner texanischen Ranch ab und kehrte zu Krisenberatungen nach Washington zurück. Die Präsidentenmaschine Air Force One machte dabei einen Umweg über Louisiana, so dass sich Bush aus der Luft ein erstes Bild von der Lage verschaffen konnte.

Verwüstung durch Hurrikan Katrina am Golf von Mexiko

Zerstörtes Kasino in Mississippi

Bundeshilfe angelaufen

Unterdessen lief die Bundeshilfe aus Washington an. So setzte die Regierung für die Dauer von zwei Wochen Vorschriften für sauberes Benzin aus, um drastische Verknappungen zu verhindern. "Katrina" hatte die Raffinerien-Kapazitäten zu zehn Prozent und die Rohölförderung zu 25 Prozent lahm gelegt. Vor diesem Hintergrund gab Bush am Mittwoch auch die strategische Ölreserve der USA frei. Nach der Bekanntgabe fielen die amerikanischen Ölpreise am Mittwoch unter 70 Dollar. Erst einmal, während des ersten Golfkriegs 1991, war die Reserve zuvor angezapft worden. (mik)

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