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Europa

Kommunalwahl: Schlappe für Sarkozy

Denkzettel für Sarkozy: Die Partei des französischen Präsidenten hat bei der Kommunalwahl in Frankreich empfindliche Verluste hinnehmen müssen - nicht zuletzt wegen Sarkos privaten Eskapaden.

Segolene Royal bei der Wahl (9.3.2008, Quelle: DPA)

Ihre Sozialisten konnten in vielen Städten Frankreichs zulegen

Zehn Monate nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum Präsidenten Frankreichs hat das konservative Wahlbündnis bei der Kommunalwahl Stimmen verloren. In der ersten Abstimmungsrunde in rund 37.000 Städten und Gemeinden erreichte die Regierungspartei UMP am Sonntag (9.3.2008) offiziellen Ergebnissen zufolge nur 45,5 Prozent. Dagegen schaffte die sozialistische Opposition einen Anteil von 47,9 Prozent.

Die Linke behält demnach auch die beiden größten Städte Paris und Lyon in ihrer Hand, die sie den Konservativen bei den Kommunalwahlen 2001 abgejagt hatte. Die Konservativen gewannen dagegen in Bordeaux.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bei der Wahl (9.3.2008, Quelle: AP)

Schlechter Tag für Sarko

Die Meinungsforscher sprachen dagegen von einem Linksruck. Die Sozialisten als größte Oppositionspartei hatten dazu aufgerufen, die Wahl in knapp 36.700 Städten und Gemeinden zu einer Abrechnung mit Sarkozy zu machen. Der vor zehn Monaten gewählte Präsident hatte zuletzt stark an Popularität verloren, was Meinungsforscher auf ausbleibende Ergebnisse seiner Reformen und die intensive Medienberichterstattung über sein Privatleben zurückführen.

Kaum Stimmen für Rechtsextreme

Hollande sagte, das Ergebnis zeige den Willen der Wähler, ihren Unmut über Sarkozy zum Ausdruck zu bringen. Dieser habe nichts gegen die schwindende Kaufkraft der Franzosen angesichts stark gestiegener Inflation unternommen. UMP-Generalsekretär Patrick Devedjian bezeichnete das Abschneiden der Konservativen als "nicht so schlecht". Es seien allerdings auch "keine guten Ergebnisse", räumte er ein. Schlecht schnitt die rechtsextreme Partei Front National von Jean-Marie Le Pen ab, die laut CSA nur noch auf zwei Prozent der Stimmen kam.

Schon in der ersten Wahlrunde gewannen die Sozialisten laut IPSOS in der 109.000-Einwohner-Stadt Rouen und lösten den der UMP nahestehenden Amtsinhaber ab. In Lille als Frankreichs elftgrößter Stadt wurde die sozialistische Amtsinhaberin Martine Aubry im ersten Durchgang bestätigt. Auch in der nordwestfranzösischen Stadt Caen, deren 117.000 Einwohner bisher von einem UMP-Bürgermeister regiert werden, lag der sozialistische Herausforderer vorne. Dort wird sich die Lage wie in den meisten Städten Frankreichs aber erst in einer Stichwahl am kommenden Sonntag entscheiden. Gleichzeitig werden bis nächste Woche auch 2020 Bezirksverordnete gewählt.(lk)

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