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Sport

Kommt die WM zurück nach Deutschland?

Fußballfans in Deutschland hoffen auf Teil zwei des Sommermärchens 2006: Vor der Entscheidung über die Frauenfußball-WM stehen die Chancen für Deutschland gut und es gibt nur einen Gegenkandidaten: Kanada.

Der Präsident des Organisationskomitees der WM 2006 Franz Beckenbauer und die Trainerin der Frauen-Fußballnationalmannschaft Silvia Neid präsentieren das Logo der WM-Bewerbung Deutschlands, Foto: dpa

Sommermärchen, Teil zwei?

Wenn FIFA-Boss Joseph Blatter am Dienstag (30.10.) in Zürich um 15.00 Uhr den Ausrichter der Frauenfußball-WM 2011 verkünden wird, dann sehnt sich nicht nur DFB-Präsident Theo Zwanziger nach den erlösenden Worten des Schweizers analog zum 6. Juli 2000: "The winner is - Deutschland!" Damals gab die Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees bekannt, Deutschland den Zuschlag für die Männer-WM 2006 zu geben. Diesmal wird es um den Austragungsort der Frauen-Weltmeisterschaft gehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Franz Beckenbauer nach dem Sieg Deutschlands gegen Argentinien bei der WM 2006, Foto: dpa

Merkel will auch wieder jubeln

Das Sommermärchen von 2006 soll fünf Jahre später mit weiblichen Protagonisten fortgesetzt werden, so hofft man, darum lautet der Slogan des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auch: "Wiedersehen bei Freunden - welcome back". Einziger Konkurrent ist Kanada, nachdem Frankreich, Australien und die Schweiz ihre Bewerbungen nacheinander zurückgezogen hatten.

Merkel im Fußballfieber

Auch Angela Merkel ist angesichts der bevorstehenden Wahl im Fußball-Fieber: "Nach den unvergesslichen Erlebnissen bei der Weltmeisterschaft der Männer im vergangenen Jahr begeistert der Gedanke, erneut eine Fußball-WM in Deutschland zu haben", sagte die Bundeskanzlerin, es sei "an der Zeit, dass hier endlich eine WM der Frauen stattfindet."

Der Optimismus ist groß im deutschen Lager. "Wir haben eine Top-Bewerbung abgegeben", versichert Zwanziger: "Vielen ist die WM 2006 noch in bester Erinnerung, die tolle Atmosphäre, die schönen Stadien, das fröhliche Miteinander der Fans. Und unser Vorteil ist: Wir sind der einzige europäische Bewerber. Ich denke, Europa ist jetzt einfach an der Reihe." Nur 1995 (Schweden) war ein europäisches Land Ausrichter der Frauen-WM. 1991 und 2007 hieß der Gastgeber China. Zwischenzeitlich fanden die Spiele zwei Mal (1999 und 2003) in den USA statt.

Löw drückt die Daumen

Die Deutsche Frauennationalmannschaft bei der WM 2007, Foto: dpa

Erst Weltmeisterinnen und bald vielleicht auch Gastgeberinnen?

Auch nach Meinung von FIFA-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer "stehen die Chancen nicht schlecht", dass sich die "Regierung" des Welt-Fußballs für Deutschland entscheidet. Als großen Trumpf sieht Beckenbauer die hohe Qualität deutscher Stadien. "Hier steht die nötige Infrastruktur perfekt zur Verfügung. Vor allem, wenn das Teilnehmerfeld auf 24 Teams erhöht werden sollte", erklärte er. Und auch von den männlichen Kollegen gibt es Unterstützung: "Wir sind alle zu Fans geworden und drücken fest die Daumen", sagte Bundestrainer Joachim Löw. Man habe im Vorjahr selbst erlebt, was eine WM im eigenen Land bewirken könne. "Wir würden uns sehr freuen, wenn wir den Zuschlag bekämen."

DFB-Trainerin Silvia Neid, die die deutsche Auswahl vor einem Monat in China zum zweiten Weltmeistertitel geführt hatte, sieht im Fall eines Zuschlags rosige Perspektiven für ihre Sportart. "Es wäre eine tolle Chance, den Frauen- und Mädchenfußball in Deutschland zu verwurzeln", so hofft sie. Ihre beiden Spielerinnen Birgit Prinz und Fatmire Bajramaj werden bei der Präsentation am Dienstag zusammen mit DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach die Vorzüge der deutschen Bewerbung preisen: "Dabei soll rüberkommen, dass von einer WM in Deutschland Impulse für den gesamten Frauenfußball ausgehen werden und dass der Frauenfußball weltweit davon profitieren wird. Wir wollen alle wieder in Deutschland begrüßen, um ein tolles Fest wie 2006 zu feiern", erklärte Niersbach.

Von der Leyen als Glücksfee?

Fußballfans bei der WM 2006, Foto: dpa

Zwanziger: 'Die WM ist vielen noch in bester Erinnerung'

Insgesamt 1212 Seiten umfasst das dicke Bewerbungsdossier, dem Konzepte zu den Themen Sicherheit, Akkreditierung, Ticketing, Finanzen, Versicherungen, Medieneinrichtungen, Unterbringung, Transport, Verkehr und Informationstechnologie beigelegt wurden. Als großen Pluspunkt sieht Zwanziger zudem das gesellschaftliche Umfeld insgesamt. "In Deutschland gibt es an die 90 Prozent Zustimmung für ein solches Ereignis. Das sind gigantische Zahlen. Das würde man in einem anderen Land Europas so nicht erreichen", sagte der DFB-Präsident. Bei der viertelstündigen Präsentation der deutschen Bewerbung am Dienstag in der FIFA-Zentrale ist die Bundesregierung durch Familienministerin Ursula von der Leyen vertreten. Merkel wird per Video eine Botschaft senden. Kanada darf zuvor seine Bewerbung vorstellen.

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