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Fußball

Kommt die bayerische Trotzreaktion?

Die Trainer-Rochaden bestimmten die Schlagzeilen der Bundesliga. Während hinter den Kulissen schon die Weichen für die nächste Saison gestellt werden, geht es auf dem Platz noch um alles: Meisterschaft und Klassenerhalt.

Bastian Schweinsteiger(Foto: AP)

Ist die Saison noch zu retten? Bastian Schweinsteiger

Es wird viel geredet in der Bundesliga und noch mehr verhandelt: Ralf Rangnick ist ab nächster Woche neuer Schalke-Trainer, Felix Magath heuert in Wolfsburg an, Leverkusens Jupp Heynckes soll zu den Bayern gehen und Bayer will dafür Freiburgs Robin Dutt holen. Nur eine Randnotiz erscheint da die Tatsache, dass auch noch Fußball gespielt wird. Denn noch ist in der Spielzeit 2010/2011 nichts entschieden: weder die Meisterschaft noch der Abstiegskampf.

Baillys Faust und der Abstieg

Mohamadou Idrissou (unten) und Mathias Abel von Kaiserslautern versuchen an den Ball zu kommen (Foto: dpa)

Gladbach war erneut nicht auf der Höhe und verlor

Letzterer schwebt wie ein Damokles-Schwert über dem glücklosen Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach, denn auch im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern gab es eine Niederlage: 0:1 (0:0) verloren die Gladbacher "Fohlen" im Borussia Park – ausgerechnet durch ein Eigentor. Nach einer Ecke von Tiffert wählte Gladbachs Keeper Logan Bailly die Faust um den Ball aus der Gefahrenzone zu boxen - doch er traf mehr als unglücklich zum 0:1 (61.) ins eigene Tor. Die 4.000 mitgereisten Lautern-Fans jubelten, denn es war ein wichtiger Schritt ihres Teams in Richtung Klassenerhalt. Für Borussia Mönchengladbach stehen die Zeichen dagegen auf Abstieg in Liga 2.

Kaum noch abzuwenden ist die Tatsache, dass diese Saison zur Enttäuschung für den FC Bayern München wird. Aus im DFB-Pokal, Aus in der Champions League und in der Liga nur Rang vier mit 16 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Dortmund. Es herrscht Ratlosigkeit vor der Partie beim SC Freiburg, auch bei Kapitän Philipp Lahm: "Wir schenken zu viele Punkte her und das darf einer Mannschaft, die in allen Wettbewerben ganz oben mitspielen will, nicht passieren." Ist es aber und so kommt es, dass sich die Bayern acht Spiele vor dem Saisonende sogar außerhalb der Championsleague-Plätze bewegen. Und das passt natürlich nicht zu Münchener Ansprüchen: "Keiner will in die Europa League", macht Lahm klar und versichert, dass "genügend Motivation" da sei, um noch das Minimalziel Champions-League-Platz zu erreichen.

BVB will "eine Reaktion zeigen"

Mehr als genug Motivation dürfte in Dortmund vorhanden sein. Auch nach der jüngsten Niederlage gegen Hoffenheim hat der BVB noch immer beste Karten auf die Meisterschaft. Trainer Jürgen Klopp will deswegen von einem Dämpfer auch überhaupt nichts wissen. "Wir wollen natürlich eine Reaktion zeigen. Wir wollen zeigen, dass wir auf eine bestimmte Art und Weise Fußball spielen können und das am Samstag dann eben auch tun." Diese bestimmte Art und Weise des Fußballspiels – nämlich torgefährlicher Tempofußball – machte den BVB in diesem Jahr zur echten Attraktion und trägt eindeutig die Handschrift von Jürgen Klopp.

Thomas Tuchel und Jürgen Klopp (Foto: AP)

Geistesbrüder? Thomas Tuchel und Jürgen Klopp

Dessen Gegenüber heißt am Samstag ( 19.03.2011) Thomas Tuchel, ist Trainer von Mainz 05 und hat einiges mit Klopp gemeinsam: Beide schafften beim FSV Mainz 05 ihren Durchbruch, beide gelten als moderne Trainer und beide sind in dieser Spielzeit äußerst erfolgreich. Dennoch gibt es da einen entscheidenden Unterschied für Thomas Tuchel: "Herr Klopp ist ja schon mal deutlich Älter als ich oder? Also, er sieht nicht nur älter aus, er ist auch älter." Tuchels Mainzer sind jedenfalls hochmotiviert, beim Tabellenführer für ihr großes Ziel Europa League zu punkten. "Wir freuen uns auf die Partie. Das ist eine große Herausforderung und wir werden sehen, wie wir auf die Aufgaben, die uns dort gestellt werden, reagieren."

Hannover gegen Angstgegner Hoffenheim

Weiter auf Champions League-Kurs liegt Hannover 96, das 1899 Hoffenheim empfängt. Doch die Gäste gewannen die letzten drei Aufeindertreffen. 96-Trainer Mirko Slomka redet sein Team daher sicherheitshalber vor der Partie stark: "Wir sind in der Defensive enorm Zweikampfstark. Wir bestreiten mit die meisten Zweikämpfe in der Defensive und das wird vielleicht auch der Schlüssel sein, dass wir uns in diesen Zweikämpfen auch durchsetzen können."

Maik Franz (Foto: AP)

Maik Franz prügelte sich mit Georgios Tzavellas

Ein Abstiegskrimi erwartet die Fans bei der Partie Frankfurt gegen St. Pauli. Und bei den Frankfurtern lagen unter der Woche schon die Nerven blank: Tzavellas und Franz prügelten sich im während des Trainings. Für Trainer Michael Skibbe war die Rauferei aber keine große Sache. "Im Training ging es richtig zur Sache, vielleicht auch einen Tick zu viel. Mir wäre lieber, dass wir am Wochenende gegen St. Pauli so aggressiv in den Zweikämpfen sind."

Mehr Aktion auf dem Platz als in der Führungsetage erhoffen sich die Fans des zuletzt von Personaldiskussionen verfolgten Hamburger SV. Im Spiel gegen stark aufspielenden Kölner geht es für den HSV auch darum, nun wieder Charakter zu zeigen. Das gilt auch für Werder Bremen, denn die Hanseaten haben nur ein Pünktchen Vorsprung auf einen Abstiegsrang. Beim 1. FC Nürnberg ist Bremen aber neuerdings Außenseiter.

Magath kehrt zu den Wölfen zurück

Am Sonntag (20.03.2011) will Leverkusen dann noch gegen Schalke drei Punkte im Kampf um die Meisterschaft holen und Schalkes Interimstrainer Seppo Eichkorn die Premiere verhageln. Früher als erwartet wird dann auch Eichkorns ehemaliger Chef Felix Magath wieder in der Bundesliga auftauchen. So übernimmt Magath mit sofortiger Wirkung den Trainerposten beim VfL Wolfsburg, nachdem der Club sich von Manager Dieter Hoeness getrennt hat. Beim Auswärtsspiel in Stuttgart dürfte Magath also schon auf der Bank sitzen.

Autor: Joscha Weber

Redaktion: Andreas Ziemons

Hinweis: DW-Radio berichtet am Samstag (19.03.2011) ab 16.05 Uhr MEZ live vom 27. Spieltag. Auch überträgt DW-Radio die 2. Halbzeit des Abendspiels zwischen Borussia Dortmund und Mainz 05 live ab 19.30 Uhr MEZ.

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