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Fußball

Kommentar: Wie ein Spitzenteam

Wolfsburg ist momentan in beeindruckender Verfassung und sorgt national und international für Furore. Mit Stars, aber vor allem der richtigen Einstellung ist beim VfL noch vieles möglich, findet DW-Reporter Thomas Klein.

Bayern München ist ein Spitzenteam, das dürfte niemand abstreiten. Zahlreiche Titel stehen in den Vitrinen des Rekordmeisters, Stars wie Franck Ribery, Arjen Robben, Manuel Neuer oder auch Thomas Müller sorgen Woche für Woche für Furore auf den Fußballplätzen. Unangefochten thronen die Münchener auch in dieser Saison auf dem ersten Tabellenplatz. Das ist keine Überraschung, doch keine Mannschaft hat auch ernsthaft versucht, die Münchener zu ärgern. Im Gegenteil: Gratulationen zum 25. Meistertitel wurden Trainer Pep Guardiola bereits nach der Hinrunde zugerufen. Für gestandene Trainer wie Dortmunds Jürgen Klopp oder Sportdirektor Rudi Völler von Bayer Leverkusen war der Titelkampf bereits vor der Saison verloren - was bitte ist das für ein Zeichen an die eigene Mannschaft?

"Wir wollen ins Finale"

Thomas Klein

DW-Reporter Thomas Klein

Anders ticken die Uhren in Wolfsburg: Coach Dieter Hecking verweigerte den Bayern erst vor wenigen Tagen die Glückwünsche zum (möglichen) Meistertitel. Klaus Allofs, Geschäftsführer Sport beim VfL, kündigte nach dem Sieg gegen Inter Mailand selbstbewusst an: "Selbstverständlich wollen wir ins Europa-League-Finale nach Warschau." Die Verantwortlichen bei den "Wölfen" gehen mit gutem Beispiel voran und das hat Auswirkungen auf die Mannschaft.

Das Team strotzt momentan vor Selbstbewusstsein, kämpft auf dem Platz bis zur letzten Minute und gibt erst auf, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat - ganz so wie die Münchener. Auch in "verrückten" Spielen, wie dem 5:4-Erfolg in Leverkusen wartet die Hecking-Elf geduldig auf ihre Chance und entscheidet das Duell in der Nachspielzeit. Auch mit der Dreifachbelastung aus Meisterschaft, Europa League und DFB-Pokal scheint der Club momentan keine Probleme zu haben.

Viel Geld im Rücken

Das Selbstverständnis, jede Partie gewinnen zu können wird von der Führungsetage vorgelebt und auf dem Platz entsprechend umgesetzt. Die Brust ist breit bei Kevin de Bruyne, Bas Dost und Co. - und zwar egal wie der Gegner heißt. Klar, die Wolfsburger haben mehr Geld als andere Klubs und nutzen diesen finanziellen Vorteil auch gerne aus. In der Winterpause kauften sie Weltmeister André Schürrle, im letzten Jahr gewannen sie den Kampf um De Bruyne gegen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. Ohne das entsprechende Kleingeld wären die Transfers sicher nicht möglich gewesen. Vielleicht hat aber auch die Vereinsphilospohie den Ausschlag gegeben. Denn diese ist bei den Wolfsburgern mehr als bei anderen Bundesligisten auf Erfolg ausgerichtet - und das wird auch öffentlich kommuniziert.