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Standpunkt

Kommentar: Vorwärts!

Zwar sehen alle Umfragen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Union als klare Siegerin der Bundestagswahlen im Herbst, aber mit dem überraschenden Wechsel an der Spitze ist die SPD wieder im Spiel, meint Dagmar Engel.

EU-Gipfel Brüssel Januar 2012 Martin Schulz Angela Merkel (dapd)

Zwei, die sich schon lange kennen - die Kanzlerin und ihr Herausforderer Martin Schulz von der SPD

Das Warten hat sich gelohnt: Die SPD startet mit einem Paukenschlag in das Wahlkampfjahr. Dass Angela Merkel wieder antritt, ist in der öffentlichen Wahrnehmung durch, medial durchgekaut und verdaut. Die Veränderungen an der SPD-Spitze sind es, die jetzt reichlich Futter geben.

Fast so beliebt wie Merkel

Ein neuer Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat, der es in der Beliebtheit mit Merkel aufnehmen kann und ihr auch bei der Frage der Kanzlerschaft näher rückt als jeder andere Sozialdemokrat seit einem Jahrzehnt: Martin Schulz, ausgewiesener Europäer, großer Kommunikator, scharf im Angriff, souverän in der Verteidigung. Demnächst ein Sozialdemokrat als Bundespräsident: Frank-Walter Steinmeier, langjähriger Außenminister, kein großer Redner, aber einer, dem die Deutschen vertrauen - seit Jahren liegt er in Beliebtheitsumfragen vorn. Außenminister sind da traditionell Spitzenreiter - vielleicht holt Sigmar Gabriel mit seinem Wechsel in dieses Amt auch noch ein paar Punkte für sich.

Kommentarbild Kommentatorenfoto Dagmar Engel

Dagmar Engel leitet das DW-Hauptstadtstudio

Für die Deutschen wird da plötzlich wieder eine Partei sichtbar: Nicht der Juniorpartner der Großen Koalition, der zwar seine parteipoltischen Ziele durchsetzt, diese Erfolge aber alle auf Angela Merkel und ihre CDU einzahlen. Sondern eine Partei, die sich mit einem Kandidaten, der außerhalb der Regierungsgeschäfte und der Kabinettsdisziplin steht, kräftig artikulieren kann. Eine Partei, die sich auf ihre sozialdemokratische Kernkompetenz konzentrieren kann - den Einsatz für  soziale Gerechtigkeit, für die Schwächeren in der Gesellschaft. Darum geht es: Für die Wählerinnen und Wähler sichtbar machen, dass es nicht egal ist, wen sie wählen, dass es unter "Denen da oben" durchaus Unterschiede gibt.

Die SPD bleibt europäisch

Eines allerdings bleibt gleich: das klare Bekenntnis zu Europa. Der in vielen Teilen Europas und der Welt wachsende Nationalismus hat in keiner der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien Platz - auch nicht in einem Wahljahr.

Mitspielen ist nicht gewinnen. Dass aber Dabeisein für sie nicht alles ist, hat die SPD jetzt gezeigt. Nach langen Jahren der Schwäche hat sie die Chance, sich als echte Alternative für Deutschland zu zeigen.

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