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Sport

Kommentar: Von wegen Stürmerproblem!

Thomas Müller schießt Deutschland mit drei Toren zum Sieg gegen Portugal. Müller steht da, wo ein Stürmer stehen muss, eine echte Nummer neun eben, meint DW-Sportreporter Thomas Klein.

Was haben sich die Journalisten und Fachleute im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Brasilien die Köpfe zerbrochen. Es wurde wild diskutiert und manch einer kritisierte den Bundestrainer, weil er mit Mirsolav Klose nur einen "klassischen" Stürmer nominiert und weder Mario Gomez noch Kevin Volland mit nach Südamerika genommen hatte. Die "falsche Neun" wird es schon richten, sagten die Optimisten, wer soll denn die Tore schießen fragten sich die Pessimisten. Seit dem Auftaktspiel gegen Portugal sind alle Fragen beantwortet: Thomas Müller, wer sonst!

Der WM-Torschützenkönig von 2010 traf zweimal im Stile eines typischen Mittelstürmers und verwandelte zudem noch einen Elfmeter sicher. "Drei Tore in einem solchen Spiel ist schon etwas Herrliches. Eines war schöner als das andere", freute sich der Torjäger. Wer braucht schon eine "falsche Neun", wenn er auch eine richtige haben kann? Denn egal wie oder von wem der Ball in den portugiesischen Gefahrenbereich befördert wurde, Müller stand immer am richtigen Fleck, bereit den Ball im Tor zu versenken - unorthodox, simpel, ohne sich großartig Gedanken zu machen. Genauso wie einst sein Namensvetter und Stürmer-Ikone Gerd Müller!

Starke Teamleistung

Doch eins ist auch klar: Ohne seine Teamkollegen hätte auch Müller keine drei Tore erzielt. Allen Pessimisten zum Trotz lieferte die DFB-Elf nämlich ein überragendes erstes WM-Spiel ab. Die neuformierte Abwehrreihe mit Mats Hummels, Per Mertesacker, Jerome Boateng und Benedikt Höwedes stand sicher und beteiligte sich selbstbewusst an der Offensivarbeit. Im Mittelfeld zirkulierte der Ball zwischen Toni Kroos, Philipp Lahm, Sami Khedira, Mario Götze und dem oft kritisierten Mesut Özil gut und vorne, naja, da stand eben Thomas Müller.

Der Sieg gegen Portugal ist aber auch ein Erfolg für den Bundestrainer, denn seine Taktik ist aufgegangen. Joachim Löw hat sich nie aus der Ruhe bringen lassen, auch als die Kritik an ihm und seinen Maßnahmen nach den letzten beiden Testspielen gegen Kamerun und Armenien lauter wurde. Seine Idee von einer erfolgreichen Turniermannschaft hat - bis jetzt zumindest - funktioniert. Der erste und wahrscheinlich schwerste Gegner der Gruppe G wurde ohne Probleme aus dem Weg geräumt. So kann es weiter gehen und mit einer echten Neun in der Offensive reicht es ja vielleicht auch bis zum Finale in Rio!

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