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Champions League

Kommentar: Vidal - Diener der Königlichen

Der FC Bayern hat tatsächlich die Chance, ins Halbfinale der Champions League einzuziehen. Arturo Vidal aber grätscht dazwischen und mimt lieber den selbstverliebten, dummen Kraftprotz, meint DW-Redakteurin Sarah Wiertz.

Sein Tweet vor dem Spiel ließ schön Böses erahnen. Arturo Vidal, seines Zeichens Mittelfeldspieler bei Bayern München, postete ein Bild von sich, halbnackt in Gladiatorenmontur. Kämpfen war also das Motto. An sich ja kein schlechtes Motto, wenn man mit einer 1:2-Niederlage ins Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel bei Real Madrid zu gehen hatte. Aber Vidal nimmt diesen Begriff all zu oft zu wörtlich.

Überraschend war es also nicht, dass der Chilene im Rückspiel die Gelbe Karte sah. Das Problem: es war gerade mal die fünfte Minute. Vidal kam zu spät an den Ball und traf Isco an der Ferse. Dem Profi hätte also jetzt klar sein müssen: Jetzt ist Vorsicht geboten. Und was machte Vidal?

Er grätschte munter weiter, so als ob er auf dem Boltzplatz mit seinen Freunden wäre. Aber es geht um den Einzug in das Champions-League-Halbfinale. Schiedsrichter Viktor Kassai, der in dieser Partie einige Male daneben lag, ließ Vidal zunächst auch gewähren. Ob Vidal von hinten in Carvajal hineinsprang (37. Minute) oder aber in der zweiten Halbzeit nahe der rechten Strafraumecke gegen Casemiro zu spät kam (48.) - der Pfiff blieb aus, obwohl ein Spieler, der bereits Gelb gesehen hatte, so nicht einsteigen durfte.

Hier hätte FCB-Trainer Carlo Ancelotti eingreifen müssen. Anstatt den - zugegeben enttäuschenden Franck Ribery vom Platz zu nehmen - hätte er sein Team, den Gegner und Vidal vor sich selbst schützen müssen. Auch bei der zweiten Auswechslung war Vidal nicht dabei: Müller kam für Alonso. Und so kam es, wie es kommen musste.

In der 84. Minute traf Vidal den Ball und Asensio - Gelb-Rot. Zugegeben, diese Karte war schon sehr fragwürdig. Aber es war wohl die Summe der Fouls, die Schiedsrichter Kassai dazu bewegt hatte, Vidal vom Platz zu schicken - durchaus nicht unüblich. Vidal ließ also beim Stand von 2:1 für den FC Bayern sein Team im Stich, das bis dahin gute Chancen hatte, in die nächste Runde einzuziehen. So aber wurde es mit nur zehn Mann in der Verlängerung zum Festspiel der Königlichen.

Im Hinspiel den Elfmeter versemmelt. Im Rückspiel dann der Platzverweis. Publikumsliebling wird der selbsternannte König beim Deutschen Rekordmeister wohl nicht mehr. Im Viertelfinale der Champions League war Vidal aber wohl eher der Diener der Königlichen. Ein selbstverliebter Kraftprotz, der durch Dummheit und Arroganz ein mögliches Weiterkommen seines Teams verspielt hat.

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