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Kommentare

Kommentar: Und am Ende gewinnt immer...

Sebastian Vettels Sieg beim Saisonauftakt in Melbourne macht Hoffnung auf eine spannende Formel-1-Saison, kommentiert Tobias Oelmaier. Auch wenn der ganz große Umbruch noch ausgeblieben ist.

"Fußball ist ein einfaches Spiel; 22 Männer rennen 90 Minuten hinter einem Ball her und am Ende gewinnt immer Deutschland". Für dieses Zitat aus dem Jahr 1990 wurde Englands Nationalspieler Gary Lineker fast so berühmt wie für seine Künste als Fußballprofi. "20 Rennautos fahren im Kreis; und am Ende gewinnt immer Mercedes", galt in den letzten Jahren für die Formel 1. Aus dem Spektakel war ein Langweiler geworden. Allenfalls das Duell der Silberpfeil-Fahrer Lewis Hamilton und Nico Rosberg sorgte für etwas Spannung. Die Konsequenz: Das Interesse nahm ab, trotz weltweiter Expansion, trotz eines immer dicker werdenden Rennkalenders. Sinkende Einschaltquoten, leere Tribünen, immer älter werdendes Publikum.

Wie gut, dass die Graue Eminenz Bernie Ecclestone endlich abtreten musste, werden viele gedacht haben. Unter dem neuen Eigner der Rennserie, Liberty Media, soll nun alles anders werden. Zum Teil, indem man das Rad zurückdreht und die Autos wieder "brachialer" werden lässt. Breiter, lauter, schneller. Das wurde schon jetzt zur neuen Saison umgesetzt. Und zum Teil, indem die Formel 1 endlich mit der Zeit gehen soll: soziale Medien für das junge Zielpublikum, ein Öffnen des Fahrerlagers für die Fans. Trends, die unter Ecclestone verschlafen wurden. Vor allem hätte Liberty aber gerne wieder mehr Spannung im sportlichen Wettstreit, ein Ende der Dominanz der großen Teams.

Die kleinen Teams werden weiter hinterher fahren

Oelmaier Tobias Kommentarbild App

DW-Redakteur Tobias Oelmaier

Die, namentlich Mercedes, Ferrari, Red Bull, McLaren und Williams, werden zurzeit noch durch einen bestimmten Verteilungsschlüssel für ihre Tradition in der Rennserie und für ihre Erfolge finanziell belohnt. Das heißt: Ihr Vorsprung wird immer größer. Aber weil die Verträge noch bis ins Jahr 2020 laufen, wird sich daran kurzfristig nichts ändern. Der Traum, dass auch kleine Privatteams wieder um den Sieg mitfahren können, bleibt also vorerst noch ein Traum.

51 der letzten 59 Rennen hatten die Silberpfeile für sich entschieden, davon etliche sogar mit einem Doppelsieg. Dass nun in Sebastian Vettel ein Ferrari-Fahrer die Vormachtstellung der Mercedes durchbrochen hat, ist ein Segen für die neuen Macher. Da ist es egal, dass Ferrari mit ähnlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten gesegnet ist wie Mercedes. Da ist es egal, dass Vettel schon vier Weltmeistertitel eingefahren hat und der diesmal zweitplatzierte Hamilton auch schon deren drei. Und dass die Kleinen weiter hinterher eiern. Und dass Vettels Sieg teilweise auch einfach einer taktischen Fehlentscheidung der Mercedes-Box zu verdanken ist.

Die technischen Änderungen an den Fahrzeugen haben ihre erste Wirkung gezeigt. Die Formel 1 ist wenigstens ein bisschen spannender geworden. Zumindest für dieses eine Rennen. "20 Rennautos fahren im Kreis; und am Ende gewinnt immer Mercedes", gilt nicht mehr. Im Fußball bleibt aber hoffentlich alles beim Alten!

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