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Fußball

Kommentar: Schreckstarre

Ein Spieltag trennt uns vom Saisonende. Die Entscheidung über die Meisterschaft ist lange gefallen. Und der Abstiegskampf? DW-Sportredakteur Stefan Nestler vermisst ein Aufbäumen der Kellerkinder.

"Alle Neune" sind selten in unserer Tipprunde. Am 33. Bundesliga-Spieltag hat es ein Mitstreiter geschafft, alle Partien in der Tendenz richtig vorauszusagen. Zwei Tipper brachten es immerhin auf acht Spiele. Nicht, dass gegen Saisonende der große Fußball-Sachverstand in unserer Runde Einzug gehalten hätte. Vielmehr blieben die Überraschungen am vorletzten Spieltag aus, die Favoriten setzten sich durch. Wie langweilig!

Niederlagen im Gleichschritt

Was auffällt und auch ein wenig verstört, ist die Konstanz, mit der die Mannschaften am Tabellenende ihre Spiele abgeben. Zugegeben, Schlusslicht Braunschweig hat am Samstag Pech gehabt, der Treffer der Augsburger fiel in der Nachspielzeit. Der Vorletzte Nürnberg verlor gegen Hannoveraner, die, aller Abstiegssorgen entledigt, locker aufspielen konnten. Der HSV schließlich, der auf dem Relegationsplatz steht, musste sich keinen Geringeren als den übermächtigen Bayern geschlagen geben. Und doch, alle drei Kellerkinder verloren nicht nur diese Spiele, sondern jeweils die letzten vier Partien in Serie.

Vorhersehbar

Warum bäumen sie sich nicht gegen den Abstieg auf? Mobilisieren sie wirklich die allerletzten Kräfte, um doch in der Bundesliga zu verbleiben? Abstiegskampf sieht anders aus. Nehmen wir die Schlussphase der Saison zusammen, wirken diese drei Mannschaften eher wie Kaninchen, die in der Nacht auf der Straße im Lichtkegel eines Autos in Schreckstarre verharren. Während in der Tierwelt ein solches Verhalten meist tödlich endet, haben der HSV, Nürnberg und Braunschweig kurioserweise allesamt noch die Chance, via Relegation zu überleben. Verdient haben es alle drei nicht, dafür waren sie schlicht zu schlecht. So blieb der Keller wie die Spitze der Liga: vorhersehbar. Siehe oben.

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