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Wirtschaft

Kommentar: Schnelles Internet für wenig Geld?

Deutschland hinkt in Sachen schnelles Internet hinterher. Die Bundesregierung will das ändern. Wer den Ausbau bezahlen soll, lässt sie allerdings offen. Doch genau das ist der Haken, meint Olaf Krieger.

Es ist schon eine Weile her, da hat es schon mal einen Vormittag gedauert, um im Netz einen Flug zu buchen. Über ein 56k-Modem und eine analoge Telefonverbindung brauchte man viel Geduld. Und geklappt hat es am Ende auch nicht immer.

Oft, zu oft, ist das in Deutschland wieder so, trotz großer Versprechungen der Bundesregierung, das Netz schneller zu machen und zwar flächendeckend.

08.2013 DW Wirtschaft kompakt Moderator Olaf Krieger

Olaf Krieger

Dabei ist eine schnelle und stabile Verbindung so wichtig wie gut ausgebaute Straßen. Aber auf den Datenautobahnen in Deutschland steht man ständig im Stau. Viele Unternehmen beklagen, dass ihre Verbindungen schlicht zu lahm sind. Ein echter Standortnachteil. Ganz besonders gravierend ist der Unterschied zwischen Stadt und Land. Und gerade dort sitzen oft Deutschlands mittelständische Weltmarktführer.

Die Bundesregierung will im Rahmen ihrer Digitalen Agenda das Internet ausbauen. Der für die digitale Infrastruktur zuständige Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verspricht, ein flächendeckendes blitzschnelles Internet mit Download-Geschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Bis 2018 sollen alle weißen Flecken weg sein.

Ein guter Plan - bloß eben ziemlich teuer: Fachleute der Deutschen Telekom haben hochgerechnet, dass allein zehn Milliarden Euro vom Bund nötig seien, um eine Versorgungquote von rund 90 Prozent sicherzustellen. Von solchen Summen ist bei der Bundesregierung keine Rede. Abgesehen davon, dass die restlichen zehn Prozent - sprich die ländlichen Gegenden, mit weiteren 15 Milliarden Euro zu Buche schlagen würden.

Dobrindts Plan ist allenfalls ein halbherziger Versuch. So ist kaum an die Standards anderer Länder wie Südkorea, den USA oder in anderen Ländern Europas heranzukommen. In den Tiefen der französischen Provence oder auf den Schären-Inseln vor Finnland ist ein schnelles und vor allem stabiles Internet eine Selbstverständlichkeit.