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Fußball

Kommentar: Schalke nur ein Aufbaugegner?

Nach der Niederlage gegen Greuther Fürth steht Schalkes Trainer Jens Keller weiter im Fokus der Kritiker. Doch auch Manager Horst Heldt muss sich kritische Fragen gefallen lassen, meint DW-Sportreporter Thomas Klein.

Der späte Siegtreffer der Fürther am Samstag ließ nicht nur den Schalker Verantwortlichen um Sport-Vorstand Horst Heldt die Gesichtszüge entgleiten, vor allem Neu-Trainer Jens Keller war bedient. Die Schalker Fans taten ihr Übriges und feierten Publikumsliebling Gerald Asamoah, der allerdings für den Gegner auf dem Platz gestanden hatte.

Die "königsblaue" Krise scheint ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht zu haben und ein Sündenbock ist auch schon ausgemacht: Jens Keller. Dabei hat der Schalker Niedergang nicht erst mit der Beförderung von Jens Keller begonnen, sondern schon einige Wochen zuvor.

Erste kritische Stimmen

Bereits nach der 0:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen am 17. November begann der Schalker Niedergang – damals noch mit Huub Stevens als Cheftrainer. Nach sechs Spielen ohne Sieg zog Horst Heldt dann die Reißleine und hievte Keller, den er bereits aus Stuttgarter Zeiten kennt, auf den Chefsessel des Lizenzspielerkaders. Keller verlor gleich sein erstes Spiel gegen den FSV Mainz 05 und flog mit seiner Elf aus dem DFB-Pokal. Im Trainingslager setzte es dann eine 0:5-Klatsche gegen Bayern München - erste kritische Stimmen wurden laut. Vier Punkte aus den ersten zwei Ligaspielen, jetzt die Niederlage gegen Schlusslicht Greuther Fürth. Schalke wirkt in der momentanen Verfassung eher wie ein Aufbaugegner als ein Top-Team.

Mutige Entscheidungen

Klar benötigt ein neuer Trainer Zeit um seine Ideen umzusetzen. Ideen wird Jens Keller sicher gehabt haben. Doch Zeit diese auch umzusetzen, dürfte er nicht mehr haben, denn Zeit ist bei den Gelsenkirchenern traditionell Mangelware. Heldt wusste das und entschied sich trotzdem für den unerfahrenen Keller – eine mutige Entscheidung. Eine weitere mutige Entscheidung war der vorzeitige Verkauf von Lewis Holtby, den Keller sicher mit einigem Unverständnis hinnehmen musste.

Heldt entschied sich gegen die sportliche Qualität des Offensivspielers und kassierte stattdessen lieber knapp zwei Millionen Euro Ablöse. Holtbys Qualität soll nun durch die Brasilianer Raffael und Michel Bastos ersetzt werden, von denen aber nur Bastos in der Champions League spielberechtigt ist. Raffael trat bereits für seinen Ex-Klub in der Königsklasse gegen den Ball. Über den Sinn solcher Transfers darf also durchaus diskutiert werden.

Mammutaufgabe "Schalke 04"

"Ich werde mich auch nicht aus der Verantwortung rausziehen", sagte der Manager nach dem Fürth-Spiel in dem Bewusstsein, dass auch seine blau-weiße Zukunft eng mit der von Jens Keller verknüpft ist. Scheitert sein Wunschtrainer in den kommenden Wochen an der Mammutaufgabe "Schalke 04", dürfte auch die Zeit von Horst Heldt abgelaufen sein.