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Kommentare

Kommentar: Roger Schmidt im Abseits

Erst Valerien Ismael, jetzt Roger Schmidt? Nach zwei Pleiten in Folge gerät Leverkusens Trainer wieder in die Kritik. Zurecht, denn die Entwicklung stagniert, kommentiert DW-Sportreporter Thomas Klein.

Die Fans machten ihrem Ärger nach dem Abpfiff am Samstagnachmittag lautstark Luft. Pfiffe und Schmähgesänge gegen die eigene Mannschaft, sowie "Schade raus"-Rufe, die dem Geschäftsführer galten. Die Stimmung bei den Fans ist im Keller. Erst die deutliche Pleite gegen Atletico Madrid in der Champions League am Dienstag, jetzt der inakzeptable Auftritt bei der 0:2-Niederlage gegen Mainz in der Bundesliga - es brodelt in Leverkusen.

Rudi Völler, der bereits nach elf Minuten den Innenraum des Stadions verlassen hatte, polterte nach dem Schlusspfiff entsprechend laut gegen das eigene Team: "Einige müssen die Tage mal in den Spiegel schauen." Der Sportchef lenkt die Kritik auf die Spieler. Zurecht, doch der Effekt dürfte Völler noch aus einem anderen Grund gefallen. Eine drohende erneute Trainerdiskussion wird so bereits im Keim zu erstickt. Ein Ablenkungsmanöver? Grund genug hätte Völler, denn die Bilanz seines Trainers ist ... ausbaufähig.

"Wir haben Hochs und Tiefs"

Klein Thomas Kommentarbild App

DW-Sportreporter Thomas Klein

Das Spiel gegen Mainz war bereits die zehnte Niederlage in dieser Saison. Mit lediglich 30 Punkten auf dem Konto dümpeln die Leverkusener im Niemandsland der Tabelle herum - viel zu wenig für diese Millionen-Truppe. Die letzten Monate glichen eher einer emotionalen Achterbahnfahrt als einer struktuierten Weiterentwicklung einer Profimannschaft. Mal spielte die Elf von Trainer Roger Schmidt groß auf, mal agierten sie wie eine Kreisligamanschaft.

Es fehlt an Konstanz, was auch Völler nach dem Spiel bemerkte: "Wir haben Hochs und Tiefs - das ist nicht zu glauben." Stetige Leistungen sucht man in der Amtszeit von Trainer Schmidt vergeblich. Auch wenn der 49-Jährige am Ende immer in der Champions League landete, wirklich überzeugend war es selten.

Trennung dürfte teuer werden

Mit einer überfallartigen Spielidee und engagierten Auftritten hatte Schmidt sich und seiner Mannschaft in den ersten Wochen seiner Amtszeit vor drei Jahren ein klares Profil verpasst. Davon ist die Werkself momentan weit entfernt. Zudem wirkt Schmidt ratlos. "Wir waren von der ersten Sekunde an nicht bereit", gab der Trainer nach der Mainz-Niederlage zu. Die Spielvorbereitung und Einstellung einer Mannschaft gehört aber neben der technischen und taktischen Weiterentwicklung zu den wesentlichen Aufgaben eines Trainers. Kann oder will Schmidt dieses nicht mehr erfüllen, muss Leverkusen handeln! Das Problem: Völler hatte mit seinem Übungsleiter bereits 2015 vorzeitig (und ohne Not) bis 2019 verlängert, eine Trennung dürfte also auch für Bayer-Verhältnisse recht kostspielig werden.

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