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Fußball

Kommentar: Reif, diszipliniert, dosiert

Nichts zu meckern hat DW-Sportredakteur Stefan Nestler nach den Vorrundenspielen der deutschen Mannschaft. Aber für seinen Geschmack dürfte das Team ruhig ein bisschen mehr Tempofußball zeigen.

Porträt Stefan Nestler. Foto: DW

Stefan Nestler, DW-Sportredaktion

Drei Spiele, drei Siege, Gruppenerster in der Hammergruppe – was gibt es da noch zu meckern? Nichts. Alles richtig gemacht hat Bundestrainer Joachim Löw. Der Erfolg gibt ihm Recht. Wie schnell so ein EM-Schuss im übertragenen Sinne daneben kann, haben Russen und Niederländer demonstriert. Die Russen wurden wegen ihres begeisternden Offensivfußballs beim 4:1 gegen Tschechien in den Fußballhimmel gelobt und landeten zwei Spiele später sehr unsanft in der EM-Hölle. Wahrscheinlich hatten sie die Griechen doch unterschätzt. Gar nicht erst in Fahrt kamen die Niederländer. Null Punkte, als Gruppenletzter ausgeschieden, Oranje k.o., ein Debakel für den Vizeweltmeister.

Luft nach oben

Die deutsche Mannschaft hat dagegen ihre Hausaufgaben souverän erledigt. Bundestrainer Löw hat das Team auf die schweren Aufgaben gegen Portugal, die Niederlande und Dänemark mustergültig eingestellt. Vor lauter Reife und Disziplin kam dem jüngsten aller EM-Teams die Spielfreude dabei ein wenig abhanden. Nur sehr dosiert zeigten Özil, Schweinsteiger und Co. bisher den Kombinations- und Tempofußball, für den sie inzwischen weltweit von den Gegnern gefürchtet werden. Löws Mittelfeldstars können und werden sich bestimmt noch steigern.

Starker Hummels

Sie könnten auch ruhig mehr Risiko gehen, weil in ihrem Rücken die Abwehr, das Sorgenkind der Vorbereitungsspiele, sicher steht. Mats Hummels war, alle drei Spiele zusammen genommen, der beste deutsche Spieler der Vorrunde. Nun also wartet Griechenland, ein Team, das kaum jemand im Viertelfinale erwartet hätte. Die deutsche Mannschaft ist klar in der Favoritenrolle und wird gegen ein Abwehrbollwerk anrennen müssen. Dass sie es nicht blindwütig macht, dafür wird Joachim Löw schon sorgen. Denn dieser Mann hat fast immer das richtige Händchen. Und für das eine oder andere Kabinettstückchen zum Zungeschnalzen sollte auch Platz sein.

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