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Fußball

Kommentar: Paderborn fehlt die Qualität

Nach 24 Spieltagen ist der SC Paderborn auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Zum Saisonende hin wird die wahre Qualität des Kaders offenbar. Mit dem Klassenerhalt wird es nichts, meint Andreas Sten-Ziemons.

Zehn Spiele sind es noch, dann wird das Abenteuer 1. Bundesliga für den SC Paderborn wieder vorbei sein - zumindest vorerst. Die Partie des SCP am

24. Spieltag gegen Bayer 04 Leverkusen

war ein Spiegelbild dessen, was der Aufsteiger seit Monaten in der Bundesliga erlebt. Das Team war engagiert, konnte kämpferisch mit dem Favoriten aus Leverkusen absolut mithalten, zeigte phasenweise auch sein spielerisches Niveau, erarbeitete sich gute Tormöglichkeiten und ging letztlich doch wieder als Verlierer vom Platz.

Andreas Sten-Ziemons (Foto: DW)

Andreas Sten-Ziemons

Zu Saisonbeginn lief es noch rund für den SCP, da glückten Siege gegen Hamburg, Hannover, Frankfurt und Hertha BSC. Auch den aktuellen Gegner Leverkusen hatte man damals am Rande einer Niederlage und musste sich nur wegen eines Treffers in letzter Sekunde letztlich mit einem 2:2 zufriedengeben. Doch zu den vier Siegen vom Saisonstart kam seit dem 10. Spieltag nur ein einziger Erfolg hinzu. Die 0:3-Pleite gegen Leverkusen war die dritte Niederlage in Serie - null Punkte, 0:11 Tore. Als Gründe für diese Negativserie und den Absturz in der Tabelle von Platz sieben (10. Spieltag) bis auf Relegationsplatz 16 (23. Spieltag) Zufall oder fehlendes Schlachtenglück anzuführen, griffe zu kurz.

Schwache Abwehr, schwacher Sturm

Vielmehr ist richtig: Der Paderborner Mannschaft fehlt es schlichtweg an Qualität, um in der Bundesliga über eine gesamte Saison hinweg mitzuhalten. Einzige Ausnahme ist Torhüter Lukas Kruse, der stets zu Paderborns Besten gehört. Doch die Spieler, die vor Kruse im Feld auflaufen, haben ihre Defizite. Rückt das Ende des Spiels näher, wird es für die Defensive oft kritisch. Acht der 20 Rückrunden-Gegentreffer fielen in der Schlussviertelstunde. Fehlende Kondition oder das Unvermögen, über die vollen 90, 92 oder manchmal sogar 95 Minuten die Konzentration aufrecht zu erhalten, sind wohl die Gründe. Mit -23 hat Paderborn das mit Abstand schlechteste Torverhältnis.

Fußball Bundesliga SC Paderborn 07 vs. Bayer 04 Leverkusen, Spielszene mit Stefan Kutschke (Foto: dpa)

Stefan Kutschke vergab gegen Leverkusen gleich mehrere gute Torchancen

Was der SCP im Angriff anzubieten hat, besitzt durchweg kein Bundesliga-Niveau. Top-Torjäger Elias Kachunga hat seit Wochen keine überzeugende Leistung mehr gezeigt. Seine fünf Saisontreffer datieren allesamt aus der Hinrunde, als das Team noch auf der Euphoriewelle schwebte. Die weiteren Angreifer Marvin Duksch, Stefan Kutschke und Mahir Saglik sind in der 1. Liga allenfalls Mitläufer. Ebenfalls keine Verstärkung ist der im Winter für 350.000 Euro verpflichtete Srdjan Lakic. Der Kroate hatte in seiner Karriere bislang nur eine gute Saison im Oberhaus. Das war 2010/2011 in Kaiserslautern, als ihm in 31 Partien 16 Treffer gelangen. Danach wies er in Wolfsburg, Hoffenheim und Frankfurt nach, dass es dauerhaft bei ihm nicht für die Bundesliga reicht. Dennoch soll er nun den SCP zum Klassenerhalt schießen? Das wird nicht funktionieren!

So leid es mir tut für die sympathischen Paderborner, die beispielsweise mit Kruse, Flügelflitzer Süleyman Koc, Freistoßkünstler Alban Meha oder ihrem Trainer André Breitenreiter gute Typen in ihren Reihen haben: Alle diejenigen, die vor der Saison eine Wette mit geringem Risiko abgeschlossen und ein paar Euro auf den SCP als Absteiger gesetzt haben, werden ihren Gewinn einstreichen. So reicht es nicht. Der SC Paderborn spielt in der nächsten Saison leider wieder in der 2. Liga.

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