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Kommentar: Nur gemeinsam lässt sich das Zika-Virus bekämpfen

Die WHO hat mit der Ausrufung des globalen Gesundheitsnotstands genau das Richtige getan. Nur so lassen sich die nötigen Ressourcen für den Kampf gegen das Zika-Virus mobilisieren, meint Fabian Schmidt.

Brasilien: Drei Männer in gelben Schutzanzüge mit großen Sprühpistolen beim Einsatz von Insektiziden gegen die Tigermücke (Foto: Reuters/P. Olivares)

Kampf gegen den Virusträger - die Tigermücke

Das Zika-Virus ruft zwar bei erwachsenen Menschen nur relativ milde Symptome hervor, die zudem nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Dennoch dürfen wir die Bedrohung nicht unterschätzen, die durch diesen Erreger ausgeht.

Die rapide Ausbreitung des Zika-Virus in Brasilien seit dem vergangenen Jahr zeigt, dass es sich um eine brandgefährliche Infektionskrankheit handelt. Gerade weil die Folgen einer Erkrankung, wie Hautausschlag und grippeähnliche Gelenkschmerzen, immer nur kurzzeitig auftretenden und von selbst wieder vergehen, erkennen viele Erkrankte eine Infektion gar nicht erst. Auch dadurch konnte sich der Erreger so schnell verbreiten.

Hinterhältiges Virus

Dabei sind die Folgen für die Betroffenen von ihrem Schweregrad durchaus vergleichbar mit gravierenden Krankheiten, wie der Kinderlähmung. Babys die aufgrund einer Zika-Virus Infektion mit Mikrozephalie geboren werden, sind von Anfang an schwerstbehindert und haben - insbesondere in Weltregionen mit mangelhafter medizinischer Versorgung eine nur kurze Lebenserwartung.

Deutsche Welle: Fabian Schmidt (Foto: DW/Per Henriksen)

DW-Redakteur Fabian Schmidt

Die Tatsache, dass es so lange gedauert hat, bis die Mediziner überhaupt erkannten, dass es möglicherweise eine Verbindung zwischen dem Virus und dem schrecklichen Geburtsdefekt gibt, zeigt, wie hinterhältig der Erreger ist.

Die Ausrufung des globalen Gesundheitsnotstandes ist als Appell der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu verstehen. Die Nachricht lautet: Nicht nur Brasilien und einige tropische Länder sind davon betroffen, sondern die ganze Welt. Und die ganze Welt muss an einem Strang ziehen, um diese Herausforderung zu meistern.

Kampf an drei Fronten

Nur so kann die WHO die Ressourcen mobilisieren, die nötig sind, um den Kampf gegen Zika an den wichtigsten drei Fronten zu starten:

Erstens, bei der Entwicklung eines Impfstoffs. Die Chancen, dass ein solcher gefunden werden kann, scheinen recht gut zu sein, denn die Eigenschaften dieses Flavivirus sind bekannt.

Zweitens, bei der Aufklärung der Frauen, die eine Schwangerschaft planen. Sie müssen wissen, wie sie eine Infektion erkennen oder sich vor einer Infektion schützen können.

Und drittens, beim Kampf gegen die Tigermücke und bei der Austrocknung ihrer Brutstätten. Das muss so schnell wie möglich geschehen. Es ist zwar die schwierigste Aufgabe, aber auch die wirksamste Waffe - nicht nur gegen das Zika-Virus, sondern auch gegen eine ganze Reihe weiterer hochgefährlicher Viren, die durch die Tigermücke übertragen werden - wie Dengue, Chikungunya oder das West-Nil-Virus.

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