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Confed Cup

Kommentar: Muster ohne Wert

Schön, dass das DFB-Team den Confed Cup gewonnen hat. Aber Aussagekraft über die wahre Stärke des deutschen Fußballs hat dieser Erfolg nicht, meint DW-Redakteur Tobias Oelmaier.

Lästig, unnütz und auch noch zur Unzeit. Dazu noch weitgehend ohne die Weltmächte des Fußballs. Was hatten sie den Confed Cup vor Turnierbeginn alle klein geredet. Die Fans, die Spieler, die Trainer, die Funktionäre hierzulande - auch wir Medienvertreter. Und so gab Bundestrainer Joachim Löw seinen Topstars einfach frei und nominierte eine bessere B-Elf für den Einsatz in Russland. Spieler, die auf der Kippe stehen im DFB-Kader, Spieler, die sich im Verein nicht im internationalen Wettbewerb aufgerieben haben, Spieler, die sich Hoffnung machen, noch auf den WM-Zug 2018 aufzuspringen.

Und tatsächlich: Viele dieser Wackelkandidaten und Talente haben sich bewährt. Haben den Confed Cup für uns Zuschauer zu einem willkommenen Zeitvertreib in einer fußballarmen Zeit gemacht und sogar den Titel geholt. Confed-Cup-Sieger - das gab's noch nie in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes. Der Jubel der Spieler unterschied sich kaum von dem nach einem WM-Gewinn. Neben den vier Weltmeister-Sternen, neben den drei EM-Erfolgen ziert nun auch der Konföderationenpokal den Briefkopf des größten Sportverbandes der Welt.

Dazu noch der Sieg der Junioren der U21 jüngst bei der Europameisterschaft in Polen. Viele Experten sagen dem deutschen Fußball deshalb eine goldene Zukunft voraus. Zumal die Özils, Neuers, Hummels, Boatengs, Kroos und Müllers ja noch im besten Alter sind und bald in den Kader zurückkommen werden.

Oelmaier Tobias Kommentarbild App

DW-Sportredakteur Tobias Oelmaier

Aber die sportliche Leitung beim DFB wäre gut beraten, nach ein paar verdienten Feier-Tagen rechtzeitig auf die Euphoriebremse zu treten. Denn Siege beim Confed Cup gegen Australien und Kamerun durfte man auch von diesem Team erwarten, und Halbfinalgegner Mexiko gehört international ebenso nicht zur ersten Riege. Einzig Chile, in der Weltrangliste als Südamerikameister immerhin auf Position vier geführt, war ein echter Prüfstein. Hier gab es im Gruppenspiel ein glückliches 1:1, beim erneuten Aufeinandertreffen im Finale dann den umkämpften, knappen 1:0-Sieg.

Brasilien, Argentinien, Frankreich, Belgien, Spanien, Italien, England - die Mannschaften, über die dann im nächsten Jahr in Russland der Titel vergeben wird, fehlten unisono. So sollte man den Confed Cup nicht größer machen als das im Vorfeld der Fall war. Der Titel ist, bei allem Respekt, nicht mehr als ein Muster ohne Wert!

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