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Kommentare

Kommentar: Keine Schande!

Die deutsche Nationalmannschaft hat das Finale der Frauenfußball-WM in Kanada leider verpasst. Doch das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, meint DW-Sportredakteur Stefan Nestler.

Celia Sasic (2.v.r.) rauft sich nach dem verschossenen Elfmeter die Haare. Foto: Getty Images

Celia Sasic (2.v.r.) rauft sich nach dem verschossenen Elfmeter die Haare

Nichts wurde aus dem dritten Stern. Die deutschen Fußballerinnen verloren das

Halbfinale gegen die USA

mit 0:2 - und das verdient. Eine Niederlage gegen die aktuelle Nummer zwei der Weltrangliste ist für die Nummer eins ärgerlich, aber keineswegs eine Sensation und schon gar keine Schande.

Die Weltspitze ist eng zusammengerückt

Über die gesamten 90 Minuten gesehen, waren die US-Girls an diesem Tag einen Tacken besser. Das räumte auch Bundestrainerin Silvia Neid nach dem Abpfiff ein. Natürlich könnte die deutsche Mannschaft mit dem Schicksal hadern. Was wäre gewesen, wenn Celia Sasic ihren Elfmeter verwandelt hätte? Was, wenn die rumänische Schiedsrichterin Teodora Albon genauer hingesehen hätte und nach dem Foul von Annike Krahn vor der Strafraumgrenze korrekterweise auf Freistoß statt auf Elfmeter entschieden hätte? Alles nur Konjunktiv. Die Wirklichkeit entscheidet eben auf dem Platz. Und da versagen schon einmal die Nerven oder liegen Schiedsrichterinnen mit ihren Entscheidungen daneben.

DW-Sportredakteur Stefan Nestler. Foto: DW

Stefan Nestler, DW Sport

Das Glück, das die deutsche Mannschaft das

Viertelfinale

gegen die, wenn man ehrlich ist, in dieser Partie ebenfalls besseren Französinnen unbeschadet überstehen ließ, fehlte diesmal. Beide Spiele zeigten, wie eng die Spitze im Frauenfußball inzwischen zusammengerückt ist. Ein konkurrenzloses Überflieger-Team gibt es nicht mehr. Spätestens ab dem Viertelfinale kann jede jeden schlagen. Das tut dem Frauenfußball gut und sollte auch die letzten männlichen Ignoranten verstummen lassen, die immer noch nicht wahrhaben wollen, welch großen Schritt nach vorn die Fußballerinnen in den vergangenen Jahren gemacht haben.

Allein schon für Angerer!

Die deutsche Mannschaft hat bei der WM in Kanada bewiesen, dass sie zur absoluten Weltspitze gehört. Der Einzug ins Halbfinale ist aller Ehren wert. Die Olympia-Qualifikation ist auch eingetütet - und damit die nächste Chance auf einen großen Titel. Das wäre das perfekte Abschiedsgeschenk für Bundestrainerin Silvia Neid, die nach Rio 2016 aufhört. Für Torfrau Nadine Angerer kommt Olympia zu spät. Sie hat angekündigt, ihre großartige Karriere im Nationaltrikot nach der WM in Kanada zu beenden. Allein schon für Angerer sollten sich die deutschen Fußballerinnen am Samstag im "kleinen Finale" um Platz drei noch einmal richtig reinhängen. Also: Nicht den Kopf in den Sand stecken! Auf geht's! Die WM ist noch nicht vorbei.

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