1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kommentar

Kommentar: Jubel mit Beigeschmack

BVB-Star Aubameyang erzielt die Führung im Derby gegen Schalke 04. Sein Masken-Jubel sorgt bei seinem Arbeitgeber für Ärger und könnte auch der Mannschaft schaden, kommentiert DW-Sportreporter Thomas Klein.

Ein Schuss, ein Tor, ein Jubel und viele Diskussionen. Pierre-Emerick Aubameyang sorgte mit seinem Torjubel nach dem Führungstreffer im Derby gegen Schalke (mal wieder) für Aufsehen. Nach seinem Treffer hatte sich der Goalgetter eine schwarze Maske übergezogen, auf dem zwei rote Blitze zu sehen waren. Der Maskenball erinnerte an Aubameyangs Jubel beim Super-Cup-Sieg gegen die Bayern 2014 oder auch an seine Batman-Maskierung ein Jahr später beim 3:0-Erfolg gegen Schalke. Bereits während seiner Zeit bei St. Etienne machte sich der Gabuner mit extravaganten Feierlichkeiten einen Namen. Bisher wurden seine "Eskapaden" aber meist wohlwollend zur Kenntnis genommen. Bilder von seinen kostümierten Jubel-Arien gingen und gehen um die Welt.

Klein Thomas Kommentarbild App

DW-Sportreporter Thomas Klein

Nach seiner Aktion in Gelsenkirchen am Samstag schlug ihm jedoch ein wahrer Shitstorm entgegen. Arrogant, respektlos und unsportlich fanden viele Beobachter seine erneute Maskerade. Der 27-Jährige reagierte wenig später via Instagram auf die Vorwürfe. "Ich arrogant? Ach kommt Leute, das ist meine Art zu leben!", schrieb er: "Das ist meine Welt. Ich bin wie ein Kind, das es genießt, Fußball zu spielen."

Die Bundesliga ist in den vergangenen Jahren zu einer gigantischen Unterhaltungsindustrie mutiert. Es geht um viel Geld und das sind außergewöhnliche Typen und besondere Aktionen ein willkommener Teil der großen Fußball-Show. Das kann man mögen oder eben nicht, doch Aubameyang passt hervorragend in diese oft auch als spaßbefreit bezeichnete Branche. Der Gabuner  polarisiert - sein goldener Lamborghini, seine Friseurbesuche in Paris oder Shopping-Ausflüge nach Mailand. "Auba" ist anders und das ist auch gut so!

Maskenjubel war Marketing-Aktion

Gut ist aber auch, dass es nach der aktuellen Aktion nun Ärger gibt. Bei seinem Jubel handelte es sich um eine PR-Aktion seines Sponsors Nike. Aubameyang tritt seit einiger Zeit als "Masked Finisher" in einer Werbe-Kampagne des Sportartikel-Herstellers auf. Bereits vor zwei Wochen hatte sich der Stürmer das Nike-Logo ins Haar rasieren lassen und damit für Verstimmung in der Dortmunder Führungsetage gesorgt.

Der BVB wird nämlich von Nike-Konkurrent Puma ausgestattet und die sind nicht gerade erfreut. Aubameyang muss daher mit einer Bestrafung rechnen. Zu Recht, denn mit solchen Handlungen schadet er den wirtschaftlichen Interessen seines Arbeitgebers. Die Sponsoren-Aktion dann noch als Ausdruck kindlicher Freude zu verkaufen, macht es nicht besser. Zum zweiten Mal in wenigen Wochen brüskiert er somit seinen Verein - das zeugt von Ignoranz und Egoismus.

Aubameyang ist ein extravaganter Mensch, ein bunter Vogel, der die Aufmerksamkeit sucht. Spieler, wie er bereichern die Bundesliga und bekommen oft auch etwas mehr Freiheiten eingeräumt als andere. Bleibt es in einem gewissen Rahmen, gibt es dagegen auch nichts einzuwenden. Dieses Mal ist Aubameyang allerdings über das Ziel hinaus geschossen. Der BVB muss sich nun genau überlegen, wie er diese Marketing-Aktion seines Spielers sanktionieren will. Denn zu viele Freiheiten könnten auch das Gleichgewicht einer Mannschaft durcheinander bringen und das kann der BVB im Liga-Endspurt alles andere als gebrauchen.

Sie können unterhalb dieses Artikels einen Kommentar abgeben. Wir freuen uns auf Ihre Meinungsäußerung!

Die Redaktion empfiehlt