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Fußball

Kommentar: Hoffentlich nicht zu früh gefreut

Die Bayern müssen schnell wieder auf Wettkampf-Modus umstellen, sonst könnte das erneute Triple gefährdet sein, meint DW-Sportredakteur Tobias Oelmaier.

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DW-Sportredakteur Tobias Oelmaier

Gerade mal zehn Minuten brauchte die B-Elf des FC Bayern München, um die Verhältnisse wieder gerade zu rücken. 1899 Hoffenheim war in München mit 1:0 in Führung gegangen gegen den alten und neuen Meister, da trafen zweimal Claudio Pizarro und einmal Xherdan Shaqiri scheinbar nach Belieben. Es ging einfach, zu einfach vielleicht. Auch ohne die geschonten Manuel Neuer, Philipp Lahm, Jerome Boateng, David Alaba, Toni Kroos, Thomas Müller, Arjen Robben oder Mario Mandzukic. Alle hochdekorierte Nationalspieler wohlgemerkt! An derer statt durften sich Tom Starke, Diego Contento, Daniel van Buyten oder eben Pizarro und Shaqiri beweisen. Weil sie "überragend trainiert" haben, so Trainer Pep Guardiola vor der Partie, hätten sie ihre Einsatzzeit bekommen.

Weil die Stars sich für die Champions League gegen Manchester United am Dienstag (01.04.2014) ausruhen sollten, weil er die Spannung im Kader hoch halten wollte, wäre wohl die korrekte Darstellung gewesen, aber der Respekt vor dem Gegner gebietet schon mal kleine Perspektivwechsel. Ob es die Arrivierten dann besser gemacht hätten gegen Hoffenheim, sei dahin gestellt. Denn es zog der Schlendrian ein. Die Partie endete 3:3, Bayern gab erstmals seit einem halben Jahr wieder Bundesliga-Punkte ab. Was sicher kein Beinbruch ist bei immer noch 23 Punkten Vorsprung, angesichts der bereits sicheren Meisterschaft. Aber dieses Unentschieden könnte mehr bedeuten als auf den ersten Blick ersichtlich: Zwei Monate konzentriert zu bleiben für im besten Falle noch sieben wirklich wichtige Begegnungen, das ist die wahre Herausforderung für die Münchener.

100 Prozent für das Triple

Sportler, Profi-Fußballer, sind nämlich auch nur Menschen. Und Menschen neigen häufig zur Bequemlichkeit. Jeder kennt das von sich. Warum Vollgas geben, wenn es auch auf Sparflamme geht? Daran ändern auch Millionengehälter nichts. Und der Umstand, dass auch im Vorjahr der Bundesliga-Titel schon früh vergeben war an den FC Bayern, dass es damals hervorragend geklappt hatte mit der darauf folgenden Fokussierung auf Champions League und DFB-Pokal, dieser vermeintliche Vorteil könnte sich in diesem Frühjahr schnell ins Gegenteil verwandeln.

"Das haben wir alles schon erlebt", mögen sich die Bayern-Stars insgeheim denken, "das kriegen wir schon hin". Dass man es nicht hinbekommt, wenn man nicht 100 Prozent gibt, zeigte sich am Samstag gegen Hoffenheim. Da waren es nämlich nicht nur die Spieler aus der zweiten Reihe, die den Sieg aus den Händen gaben, sondern auch Ribéry, Schweinsteiger oder Dante. Die Bayern sind gut beraten, schnellstens wieder in den Wettkampf-Modus umzuschalten, sonst könnte sich die früheste Meisterschaft der Bundesliga-Geschichte bald als Nachteil herausstellen, sonst könnte die Triple-Wiederholung an der eigenen Nachlässigkeit scheitern.