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Fußball

Kommentar: Für den Moment gut genug

Noch lief nicht alles rund beim 2:0-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im EM-Qualifikationsspiel in Georgien, findet DW-Sportredakteur Stefan Nestler. Sorgen macht ihm das jedoch nicht.

Das Ziel waren drei Punkte, Ziel erreicht! Mit einer konzentrierten Leistung hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft beim Gruppenvorletzten Georgien mit

2:0 gewonnen

und damit ihre Pflichtaufgabe erfüllt. Geglänzt hat sie kaum. Doch Weltmeister Deutschland bleibt im Rennen um den Gruppensieg. Nur darauf kam es an. Letztlich zählt in einer EM-Qualifikation einzig das Ergebnis. Wie es zustande gekommen ist, interessiert in zwei Wochen niemanden mehr.

Keine Probleme für neue Viererkette

Bundestrainer Joachim Löw ging in Tiflis auf Nummer sicher und ließ mit einer Vierer-Abwehrkette spielen, statt wie beim 2:2 im

Testspiel gegen Australien

mit einer Dreierkette. Seine Rechnung ging auf. Die Weltmeister Jerome Boateng und Mats Hummels standen als Innenverteidiger vor Torwart Manuel Neuer sicher. Auf den Außenbahnen machten auch die in der Nationalelf weniger erfahrenen Sebastian Rudy und Jonas Hector ihre Sache alles in allem gut. Die spielerisch limitierten, oft überhastet angreifenden Georgier machten es ihnen jedoch auch relativ leicht.

Reus bester deutscher Spieler

Stefan Nestler, DW Sport. Foto: DW

Stefan Nestler, DW Sport

Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten sich die deutschen Spieler deutlich lauffreudiger als in den ersten EM-Qualifikationsspielen. Sie versuchten, schnell zu kombinieren. In vielen Szenen fehlte es an der nötigen Präzision, da ist noch Luft nach oben. Das gilt auch für die beiden Rückkehrer Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos, die noch nicht so präsent wirkten, wie sonst von ihnen gewohnt. Im offensiven Mittelfeld setzte Mesut Özil mehr Akzente als zuletzt. Thomas Müller traf zum 2:0 und machte damit wieder einmal seinem Ruf als verkappter Stürmer Ehre. Mit Abstand bester deutscher Spieler war Marco Reus: Ein Treffer zum 1:0, zwei Lattenknaller. Der Dortmunder war stets brandgefährlich. An ihm führt derzeit in der Nationalmannschaft kein Weg vorbei. Reus stahl Mario Götze eindeutig die Show. Der Schütze des Goldenen Tors im WM-Finale 2014 wühlte als einzige echte Sturmspitze viel, erreichte aber vergleichsweise wenig.

Auf dem richtigen Weg

In der zweiten Hälfte schaltete die gesamte Mannschaft einen Gang zurück, ohne wirklich Gefahr zu laufen, das Spiel aus der Hand zu geben. Gegen stärkere Gruppengegner wie den Tabellen-Ersten Polen (4. September, Frankfurt am Main), die Schotten (7. September, Glasgow) oder die Iren (8. Oktober, Dublin) dürfte nur eine gute Halbzeit zu wenig sein, um das angestrebte Ziel, den Gruppensieg, zu erreichen. Doch Joachim Löw hat nicht erst mit dem WM-Triumph bewiesen, dass er seine Mannschaft punktgenau vorbereiten kann. Der Bundestrainer weiß, dass er sich nicht auf alten Erfolgen ausruhen darf, sondern neue Spieler einbinden muss. Löw hat noch Zeit. Und er ist auf dem richtigen Weg. Das hat das Spiel in Georgien gezeigt. Am Ziel ist Löw noch lange nicht, muss er aber auch nicht. Lasst den Mann weiter in Ruhe arbeiten! Das hat sich schon mehr als einmal ausgezahlt.

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