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Sport

Kommentar: Eine Frage der Qualität

Kurz vor Ende der Vorrunde wird eine Überlegenheit der Teams aus Lateinamerika gegenüber den Europäern deutlich. DW-Reporter Andreas Sten-Ziemons über mögliche Gründe für die Latino-Dominanz.

Spanien

ist raus,

England

ebenfalls, auch

Italien

musste bereits in der Vorrunde die Segel streichen. Dazu hat sich Kroatien nicht gegen Mexiko durchsetzen können und fährt vorzeitig von der WM nach Hause. Im Achtelfinale stehen dagegen die Teams aus Brasilien, Kolumbien, Chile, Uruguay, Costa Rica und Mexiko. Auch Argentinien hat sich bereits vorzeitig für die Runde des besten 16 qualifiziert. Lateinamerika überrollt Europa, so scheint es.

Auffällig ist die große Laufbereitschaft und der hohe Einsatzwillen der Lateinamerikaner, verbunden mit technischer Klasse. Die Mannschaften sind auf den Punkt fit und taktisch hervorragend eingestellt. Bei den europäischen Teams entsteht dagegen ein ganz anderer Eindruck: Überspielt und nicht mehr erfolgshungrig (Spanien), langsam und ideenarm (Italien) und qualitativ schlicht nicht gut genug (England). Nach Abschluss der Vorrunde in sechs von acht Gruppen bietet sich ein desaströses Bild mit klarem Übergewicht für Lateinamerika, das aber durch die bereits qualifizierten Niederländer, Belgier, Griechen, Franzosen, Schweizer sowie möglicherweise durch Deutschland, Portugal und Russland noch ausgeglichen werden kann.

FIFA WM 2014 England vs Costa Rica 24.06.2014, Spielszene mit Bryan Ruiz und Christian Bolanos (Foto: dpa)

Vorteil Klima? Costa Ricas Ruiz (2.v.l.) spielt in Eindhoven, sein Kollege Bolanos (l.) in Kopenhagen

Als Grund für die Dominanz der Lateinamerikaner wird außerdem immer wieder das für Europäer ungewohnte Klima in Brasilien angeführt. Allerdings spielen fast alle brasilianischen, argentinischen und uruguayischen Leistungsträger seit Jahren bei Vereinen in Europa und kehren nur für die Länderspiele in ihre Heimat zurück. Sie sind also bei 90 Prozent ihrer Auftritte in kurzen Hosen im gemäßigten europäischen Klima unterwegs. Auch die

Überraschungsmannschaft aus Costa Rica

hat einige Auslandsprofis in ihren Reihen - allerdings sind allein fünf von ihnen bei skandinavischen Clubs tätig und stehen daher wohl nur in Ausnahmefällen bei mehr als 25 Grad Celsius auf dem Platz. Inwieweit die Wetterbedingungen also tatsächlich einen Einfluss auf den sportlichen Erfolg haben, lässt sich nicht feststellen.

Ein klarer Vorteil für die Teams aus Süd- und Mittelamerika sind aber sicher die kurzen Anreisewege für ihre Fans. Eine lautstarke Unterstützung mit Heimspiel-Effekt ist so immer gegeben. Außerdem mag die Tatsache, dass das Turnier auf dem eigenen Kontinent stattfindet, eine zusätzliche Motivation geben. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass die Spieler aus Lateinamerika einfach gute Fußballer sind.

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