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Fußball

Kommentar: Durchweg positiv

Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen möchte künftig weniger Polizisten für Bundesliga-Spiele abstellen. Davon profitieren alle, meint DW-Sportredakteur Andreas Sten-Ziemons: Steuerzahler, Fans und Polizei.

Jeder, der mal als Fan oder neutraler Zuschauer ein Bundesligastadion besucht hat, kennt die Bilder: Auf dem Weg zum Stadion stehen Dutzende Polizisten in dunkelgrüner Kampfmontur mit Schlagstock und Helm am Gürtel in kleinen Gruppen neben ihren Mannschaftswagen und warten darauf, dass etwas passiert. Oder besser gesagt: Sie hoffen darauf, dass es ruhig bleibt und die Fangruppen nicht gewalttätig gegeneinander werden. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle bleibt es friedlich, zumindest so friedlich, dass auch eine weitaus kleinere Anzahl an Einsatzkräften ausgereicht hätte, um Ausschreitungen zu verhindern. Doch die Beamten waren nun mal vor Ort, die Überstunden sind gemacht. Der freie Samstag, den man auch mit Freunden oder Familie hätte verbringen können, ist dahin.

Andreas Sten-Ziemons (Foto: DW)

Andreas Sten-Ziemons

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen, in der bald startenden Saison Heimat von immerhin sechs Bundesligisten, will künftig weniger Polizisten für "normale" Bundesligaspiele abstellen, also solche Partien, bei denen es keine besondere Rivalität zwischen den Fans gibt und keine gewalttätigen Auseinandersetzungen zu erwarten sind. Ausdrücklich: Bei sogenannten "Risikospielen" bleibt die Polizeipräsenz gleich. Und das ist auch gut und richtig so. Das Land NRW reduziert die Anzahl der Polizisten nicht, weil es seinen Beamten einen Gefallen tun möchte, sondern aus Kostengründen. Der Steuerzahler wird durch die eingesparten Sonderschichten also schon einmal entlastet.

Stadionbesuch künftig ohne Uniform

Auch die Fans profitieren von der Maßnahme: Sie bekommen mehr Verantwortung für den reibungslosen Ablauf der Spiele. Eine Verantwortung, die viele seit Jahren einfordern. Viele friedliche Fußballanhänger fühlen sich von großer Polizeipräsenz im Stadion gestört und halten die ständige Kontrolle und Überwachung für unnötig. Seit Jahren arbeiten Fangruppen und -projekten an Konzepten für eine Reduzierung der Polizeikräfte im Stadion. Die Fans wird die Maßnahme also freuen.

Und schließlich haben auch die Polizisten etwas davon: Künftig müssen sie nicht mehr an jedem Wochenende Überstunden vor irgendeinem Bundesligastadion schieben, nur weil irgendwelche "Fußball-Idioten" auf die Idee kommen könnten, sich gegenseitig auf den Kopf zu hauen. Wohl keiner der Beamten wird den wegfallenden Bundesliga-Einsätzen nachtrauern.

Und vielleicht nutzt ja der eine oder andere Polizist den frei gewordenen Samstagnachmittag künftig sogar dazu, sich mal in aller Ruhe ein Bundesligaspiel im Stadion anzuschauen. Er wird schnell feststellen, dass die Fußball-Bundesliga auf diese Art und Weise tatsächlich ein Genuss sein kann.

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