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Fußball

Kommentar: Die zweite Kraft?

Durch den Sieg der Bayern in Dortmund ist Bayer Leverkusen heimlich, still und leise zum ersten Verfolger geworden. Und wird trotzdem gerne übergangen. Zu Unrecht, meint Tobias Oelmaier.

In über 200 Länder wurde das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga live übertragen. Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München. Die Neuauflage des Champions-League-Endspiels. Der deutsche "Clásico". Und die Zuschauer in aller Welt wurden Zeugen, wie der BVB dem FCB über eine Stunde lang alles abverlangte, dann aber doch klar und vielleicht zu deutlich mit 0:3 verlor. Die Meisterschaft scheint also entschieden, Dortmund hat nach 13 Spielen schon sieben Punkte Rückstand auf die Münchener.

Tobias Oelmaier im Stadion in Bareclona (Foto: DW)

DW-Redakteur Tobias Oelmaier

Drei Stunden zuvor hatte Bayer Leverkusen 500 Kilometer weiter östlich, in Berlin, bei Hertha BSC gespielt. Diese Partie war den Kollegen vom Pay-TV in der Bundesliga-Konferenz nur ein paar wenige Einblendungen wert, auch die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gaben nur routinemäßig ab ins Olympiastadion. Dabei trafen da, rein tabellarisch, zwei Spitzenmannschaften aufeinander: Der Siebte hatte den Dritten zu Gast. Und weil die Leverkusener dank eines Kießling-Treffers mit 1:0 gewannen, stehen sie plötzlich auf Rang zwei und sind erster Verfolger der Bayern. Nicht Borussia Dortmund, nein Bayer Leverkusen!

Den Verantwortlichen, den Spielern in Leverkusen dürfte die Missachtung durch die Medien, auch die durch die sonstige Fachwelt, nicht ungelegen kommen. Können sie doch so im Westen ganz in Ruhe ihr Süppchen kochen. Mit einem besonnenen Trainer Hyypiä, mit einem zurückhaltend gewordenen Sportdirektor Völler und einem Kader, in dem zwar die Superstars fehlen, der aber offenbar hervorragend harmoniert und als Mannschaft funktioniert. Und immerhin war es dieses Team, das den Bayern die letzte Punktspiel-Niederlage beigebracht hat, wenn auch schon vor über einem Jahr, und auch in dieser Saison reichte es gegen den übermächtigen Triple-Gewinner zu einem Unentschieden.

Dass man den Leverkusenern in Anbetracht von vier Punkten Rückstand auf die Bayern nicht noch mehr zutrauen darf, liegt ausschließlich daran, dass der Meisterschafts-Verzicht in der Vereinssatzung festgeschrieben ist. Vizekusen bleibt Vizekusen. An Dortmund aber sind sie für den Moment vorbeigezogen. Und das hätte sicher ein wenig mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung verdient!

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