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Fußball

Kommentar: Die Uhr tickt…noch

Der Hamburger SV definiert Abstiegskampf neu und verliert deutlich gegen den VfL Wolfsburg. Der Gang in die 2. Liga ist damit nur noch schwer zu verhindern, meint DW-Sportreporter Thomas Klein.

Seit fast 51 Jahren spielt der Hamburger SV in der Bundesliga. Noch nie musste der Verein absteigen. Darauf ist man stolz beim Klub. Die Bundesliga-Uhr im Stadion des HSV weltbekannt. Doch nun scheint die Zeit des letzten Gründungsmitgliedes abzulaufen. Am 31. Spieltag verliert das Team von Trainer Mirko Slomka gegen den

VfL Wolfsburg klar mit 1:3

. Die Leistung der Hamburger über weite Strecken nicht erstligareif. Kampf, Leidenschaft, Einsatzwillen - Fehlanzeige! Das hat mit "Abstiegskampf" nichts zu tun. Gestandene Männer weinen auf den Zuschauerrängen und winken mit Taschentüchern zum Abschied. Auswärtsfahrten nach Sandhausen, Aalen oder Heidenheim rücken immer näher.

"Der Kopf lähmt die Beine"

Mit der achten Heimniederlage der Saison stellt der HSV sogar einen traurigen Vereinsrekord auf. "Wahnsinn! Die Niederlage tut richtig weh", stöhnt Abwehrspieler Heiko Westermann und Torhüter René Adler analysiert: "Der Kopf lähmt die Beine." Spieler und Verantwortliche wirken verzweifelt. Ratlos.

Andere Mannschaften haben bereits vor Wochen den Kampf gegen den Abstieg angenommen und einige haben sich auch schon gerettet. Freiburg und Bremen sind seit diesem Spieltag so gut wie durch. Und warum? Weil sie die Situation erkannt haben. Weil sie gekämpft haben. Nicht so der HSV.

Adler zeigt Nerven

Noch tickt die Uhr im Hamburger Stadion. Aber wie lange noch?

Noch tickt die Uhr im HSV-Stadion. Aber wie lange noch?

Klar, Trainer Slomka hat viele Verletzte zu beklagen: Kapitän Rafael van der Vaart, Stürmer Pierre-Michel Lasogga, kurz vor dem Anpfiff gegen die "Wölfe" gesellten sich auch noch Innenverteidiger Johan Djourou und Jonathan Tah dazu. Das mag in so einer Situation nicht leicht zu verkraften zu sein, gilt aber auch nicht als Ausrede für derartige Leistungen. Dem Kader fehlt es an Qualität, Führungsspieler wie Heiko Westermann oder René Adler werden ihrer Rolle nicht gerecht, wirken überfordert. Gerade der Nationaltorhüter zeigte in den vergangenen Partien immer wieder Nerven und offenbart ungeahnte Schwächen.

Keine intakte Mannschaft

Der HSV ist einfach kein Team. Es sind viele Statisten, die oft ungeordnet und planlos über den Rasen schleichen. Der Kampfgeist wird viel zu selten geweckt. Lediglich die zahllosen Trainerwechsel - Slomka ist bereits der elfte Übungsleiter in den letzten zehn Jahren - hauchten der Mannschaft kurzzeitig etwas Leben ein. Das spricht nicht unbedingt für ein intaktes Mannschaftsgefüge!

Noch sind es drei Spiele, drei Möglichkeiten die Bundesliga-Uhr weiterlaufen zu lassen und den direkten Abstieg zu verhindern. Viel mehr als der Relegationsplatz dürfte für die Hamburger aber nicht mehr möglich sein. Das Restprogramm hat es nämlich in sich: Augsburg, Bayern und Mainz, zweimal auswärts und den FCB zu Hause - da gibt es sicherlich schönere Aussichten. "Ich werde zu Gott beten, dass wir in der Liga bleiben. Nur Gott kann uns jetzt noch helfen", sagte Spielmacher Hakan Calhanoglu. Bei allem Respekt vor höheren Mächten: Kämpfen müssen die HSV-Profis schon selbst.

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