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Kommentar: Der Souverän ganz souverän

Der FC Bayern München wird das Meisterding nach dem 0:0 in Dortmund wieder schaukeln, ist DW-Sportreporter Stefan Nestler endgültig und ohne jeden Zweifel überzeugt - auch wenn viele es vielleicht gerne anders sähen.

Selten dürfte der Rest Fußball-Deutschlands außerhalb der Bayern-Fangemeinde so geschlossen dem Gegner Borussia Dortmund die Daumen gedrückt haben wie diesmal. Einfach zu verlockend war die Aussicht, dass die Bayern nach der mehr als überraschenden, um nicht zu sagen sensationellen 1:2-Heimpleite gegen den FSV Mainz 05 zum Abschluss der englischen Woche in der Bundesliga ein weiteres Mal stolpern könnten. Und plötzlich wäre das Titelrennen wieder vom Langeweiler zum Krimi geworden. In München hätten womöglich die Nerven blank gelegen, sogar ein neues Aufleben des "Kömödienstadels" beim FC Bayern wäre denkbar gewesen.

Ganz cool

DW-Sportredakteur Stefan Nestler. Foto: DW

Stefan Nestler, DW Sport

Es bleibt beim Konjunktiv. Der FC Bayern führt nach dem 0:0 im Topspiel weiter mit einem beruhigendem Polster von fünf Punkten die Tabelle an, wird das Projekt Titelverteidigung ganz cool über die letzten neun Spielrunden bringen, und für die Lachsalven im Fußball-Theater müssen andere sorgen. Die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola demonstrierte in Dortmund, warum sie seit Jahren den deutschen Fußball dominiert. Ganz souverän spannen die Münchener ihre Spielfäden. Selbst die von vielen zur möglichen Problemzone erklärte Abwehr hatte jederzeit alles im Griff. Und Torwart Manuel Neuer wirkt so abgeklärt, als könnte ihn selbst ein Meteoriteneinschlag nicht erschüttern. Nur ein Tor wollte den Bayern nicht gelingen - zum einen weil auch die BVB-Abwehr glänzend stand, zum anderen, weil Dortmunds Torwart Roman Bürki einen richtig guten Tag erwischt hatte.

Der beste Zweite

Mit jenem Quantum Glück, das die Mainzer zur Wochenmitte in München hatten, hätte Borussia Dortmund das Spitzenspiel vielleicht sogar gewinnen können. Verdient wäre ein solcher Sieg aber ebenso wenig gewesen wie der Überraschungscoup des FSV am Mittwoch. Der BVB ist in der ersten Saison unter Trainer Thomas Tuchel unbestritten ein klasse Team, nach Punkten der beste Zweite der Bundesliga-Geschichte. Aber so wird er wohl auch die Saison beenden. Eben als Zweiter. Alle werden vor der Dortmunder Borussia den Hut ziehen - am Ende aber die Schleppe des Regenten aus München küssen (müssen).

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