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Kommentar: Den "Gang nach Canossa" wagen

Ein Banner ist ein Banner ist ein Banner, meint DW-Redakteurin Sarah Wiertz und rät dem bei Bayern München zum Ersatzmann degradierten Mario Götze zur Rückkehr zu seinem einstigen Verein Borussia Dortmund.

Fußball-Fans sind nachtragend. Zumindest die, denen der Fußball am Herzen liegt, die also eine emotionale Bindung zum Spiel und zu einem bestimmten Verein haben. Und oftmals viel Geld und Zeit investieren, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Eine Mannschaft bestehend aus Spielern, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, Unsummen verdienen und danach streben, bei den besten Klubs dieser Welt zu spielen.

Wenn diese schon seit der Jugend bei einem Verein kicken, haben sie bei vielen Anhängern einen Status wie ein Familienangehöriger. So auch Mario Götze, der ab 2001 bei Borussia Dortmund zum feinen Techniker ausgebildet wurde und Ende 2009 sein Bundesliga-Debüt im schwarz-gelben Trikot gab - mit gerade mal 17 Jahren. Geliebt wie ein Sohn und geehrt wie ein Idol von den BVB-Fans, wird der WM-Held heute von einigen offensichtlich: gehasst.

Mario oder Möller - Hauptsache heimkehren

"Mailand oder Madrid - Hauptsache nicht Dortmund. Verpiss Dich Götze!" war am Samstagabend im Spiel gegen Werder Bremen auf einem großen Banner zu lesen - eine Anspielung auf den ehemaligen Spieler Andreas Möller, der mit dem Spruch: "Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien" einen Kultstatus erreicht hat und in seiner Karriere zweimal bei Dortmund angeheuert hatte. Nach seinem ersten Engagement beim BVB hatte Möller bei Eintracht Frankfurt und bei Juventus Turin gespielt und war bei seiner Rückkehr ins Ruhrgebiet als Judas beschimpft, dann aber aufgrund seiner Erfolge wieder akzeptiert worden.

Möller, Du Judas auf einem Transparent von Dortmunder Fußballfans

Parallelen sind durchaus erkennbar: Möllers Begrüßung bei seiner Rückkehr

Die Gerüchte, dass die Verantwortlichen von Bayern München und Borussia Dortmund bereits Gespräche über eine mögliche Rückkehr Götzes im Sommer geführt haben, ruft bei den BVB-Anhängern anscheinend schmerzhafte Erinnerungen wach und ist keinesfalls vergleichbar zu der Heimkehrer von Nuri Sahin 2013 oder Shinji Kagawa ein Jahr später. Die Wortwahl am Samstag auf dem Banner ist niveaulos, gleichzeitig offenbart sie, wie tief der Weggang Götzes zum größten sportlichen Rivalen die Fans getroffen hat. Nicht wenige verspüren vermutlich Schadenfreude, dass der deutsche Nationalspieler beim FCB zum Ersatzspieler verkommen ist.

Ruf mal an

Beim BVB würde Götze dagegen wohl wieder eine Schlüsselposition einnehmen. Na klar, alles nur Spekulationen zu diesem Zeitpunkt. Auch ein Transfer zum FC Liverpool und Götzes einstigen Mentor Jürgen Klopp ist durchaus möglich. Trotzdem sei hier gesagt: Lieber Mario - lass dich von diesem Banner nicht abschrecken und bleibe in der Bundesliga! Vielleicht wäre ein Telefonat mit Andreas Möller angebracht. Der hat den "Gang nach Canossa" gewagt und gewonnen: zwei Meisterschaften, einmal die Champions-League und zudem den Weltpokal.

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